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Loopschal mit Rundstricknadel stricken: Maschen und Maße

Zuletzt geprüft 05.11.2026
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Aktualisiert am 5. November 2026 von Selda Bekar

Bei 20 Maschen auf 10 cm und einem Umfang von 75 cm schlägst du 150 Maschen an und nimmst eine Rundstricknadel mit 60 cm Gesamtlänge. Beim Loopschal, auch Schlauchschal genannt, hängen beide Zahlen zusammen: Die Nadel muss kürzer sein als der Umfang des Schlauchs, sonst ziehen sich die Maschen beim Schließen auseinander. Der heikelste Handgriff kommt danach, denn beim Rundenschluss darf sich der Anschlag nicht verdrehen. Hier siehst du, wie du rechnest, sauber schließt und woran du Fehler früh erkennst.

Wie viele Maschen du für deinen Loop anschlägst

Du brauchst zwei Zahlen: den gewünschten Umfang und die Maschen pro 10 cm. Die zweite Zahl steht auf der Banderole, verlässlicher ist eine eigene Maschenprobe, also ein kleines Probestück in deiner Wolle und mit deiner Nadel. Die Rechnung lautet: Umfang in cm mal Maschen pro 10 cm, geteilt durch 10.

Ein zweites Beispiel: Du strickst dünne Wolle mit 26 Maschen auf 10 cm und möchtest 70 cm Umfang. Das ergibt 70 × 26 ÷ 10 = 182 Maschen. Für den Umfang misst du deinen Kopf und gibst 10 bis 20 cm dazu, sonst geht der Schlauch nicht darüber. Für einen doppelt gewickelten Loop nimmst du das Doppelte eines einfachen Umfangs.

Halte zwei Maße auseinander. Der Umfang ist die Strecke um den Hals, ihn legst du mit dem Anschlag fest. Die Höhe ist der Weg von der Anschlagkante bis zur Abkettkante, sie wächst beim Stricken. Für einen Sitz wie ein Rollkragen reichen rund 25 bis 30 cm Höhe, ein weiter Schlauch kann bis 50 cm hoch werden. Liest du in einer Anleitung „Loop 40 cm“, prüfe erst, was gemeint ist: Umfang, Höhe oder die flach gemessene Breite, also der halbe Umfang.

Warum die Rundstricknadel kürzer sein muss als der Umfang

Die Länge auf der Nadelpackung meint die Gesamtlänge von Spitze zu Spitze. Liegen die Maschen locker auf einer kürzeren Nadel, schiebst du sie beim Stricken weiter, ohne dass etwas zieht. Ist die Nadel länger als der Umfang, musst du die Maschen dehnen, damit die Spitzen sich treffen. Die Anschlagkante wird dann eng und das Maschenbild bleibt verzogen.

Für 60 bis 80 cm Umfang passt eine Nadel von 40 cm, ab 70 cm auch eine von 60 cm, für einen langen, doppelt gewickelten Loop eine von 80 cm. Hast du nur eine zu lange Nadel, stricke in Reihen und schließe den Schlauch mit einer Naht, wie weiter unten beschrieben.

Maschen zur Runde schließen, ohne sie zu verdrehen

Runde schließen heißt, die letzte angeschlagene Masche mit der ersten zu verbinden, sodass aus der geraden Reihe ein Ring wird. Liegt der Anschlag dabei einmal verdreht, bleibt das im ganzen Schlauch und lässt sich nicht mehr korrigieren.

Anschlagkanteinnenrichtig: ein glatter Ringfalsch: Kante läuft einmal herum

Die gestrichelte Linie ist die Anschlagkante. Sie muss rundherum auf derselben Seite liegen.

  1. Lege die Nadel flach auf den Tisch und ziehe die Maschen so zurecht, dass die Anschlagkante überall nach innen zeigt.
  2. Fahre einmal mit dem Finger am ganzen Anschlag entlang. Liegt eine Stelle gedreht, drehst du sie jetzt zurück.
  3. Die Nadelspitze mit dem Arbeitsfaden nimmst du in die rechte Hand, die andere in die linke.
  4. Stecke einen Maschenmarkierer auf die rechte Nadel. Das ist ein kleiner Ring, der den Rundenanfang zeigt und von selbst mitwandert.
  5. Stricke die erste Masche der linken Nadel und ziehe den Faden fest an, damit keine Lücke bleibt.

Prüfe nach zwei bis drei Runden noch einmal, ob die Kante rundherum innen liegt. Bis dahin kostet ein Neustart wenig. Liegt die Drehung erst nach vielen Zentimetern offen, trennst du auf. Alternativ lässt du sie stehen: Dann bleibt eine Drehung im Schlauch, die an einen Möbius-Schal erinnert.

Warum sich der Rand einrollt

In Runden nur rechts gestrickt ergibt glatt rechts, weil die rechte Seite immer außen liegt. Glatt rechts rollt sich an den Kanten ein, das ist kein Fehler, sondern Spannung zwischen Vorder- und Rückseite. Abhilfe bringt ein Bündchen: abwechselnd eine rechte und eine linke Masche, das Muster liegt flach. In Runden braucht es eine gerade Maschenzahl, sonst treffen am Rundenanfang zwei gleiche Maschen aufeinander. Stricke damit die ersten und die letzten etwa 3 cm. Der Rand wird dadurch etwas enger, bleibt aber dehnbar. Soll der ganze Schal nicht rollen, wechselst du Runde für Runde zwischen rechts und links. So entsteht kraus rechts, das auch in Runden gerade bleibt.

Luftiger Loop aus dünner Wolle: das Netz

Dünne Wolle auf dickerer Nadel ergibt ein lockeres Gestrick, das gut fällt. Noch leichter wird der Schal mit gefallenen Maschen: Du fügst Maschen zu und lässt sie am Ende bewusst fallen, sie laufen wie Laufmaschen bis zu der Stelle zurück, an der sie entstanden sind.

Fertiger Loopschal mit Netzgewebe

  1. Schlage an, schließe zur Runde und stricke eine Runde rechts.
  2. In der nächsten Runde arbeitest du immer abwechselnd einen Umschlag und eine rechte Masche. Beim Umschlag legst du den Faden einmal um die rechte Nadel. Der Markierer sitzt direkt vor dem ersten Umschlag.
  3. In der folgenden Runde strickst du alles rechts ab. Jetzt liegen doppelt so viele Maschen auf der Nadel, die 1., 3., 5. und jede weitere ungerade Masche nach dem Markierer stammt aus einem Umschlag. Der Mittelteil wird dadurch doppelt so weit wie die Ränder und fällt später in Falten. Die Ränder behalten den errechneten Umfang, deshalb geht der Loop weiter über den Kopf.
  4. Stricke rechts weiter bis zur gewünschten Höhe.
  5. In der vorletzten Runde lässt du jede Masche aus einem Umschlag von der Nadel gleiten und strickst die Masche dazwischen rechts. Eine Runde rechts, dann abketten und Fäden vernähen.
  6. Ziehe den Schlauch quer auseinander, Runde für Runde. Die gefallenen Maschen laufen bis zur Umschlagrunde auf und bilden das Netz.

Die Umschlagmaschen am Loopschal erkennen

Teste das Netz vorher an einer kleinen Probe, denn glatte Garne laufen leichter auf als flauschige. Das Stück wird beim Aufziehen weiter und lockerer, die Maschenprobe aus dem glatten Stück gilt dafür also nicht.

Wenn du lieber in Reihen strickst

Ein Loop geht auch als langes Rechteck auf geraden Nadeln. Dann kannst du die Länge jederzeit am flachen Stück prüfen, die Seillänge spielt keine Rolle, dafür musst du Anschlag- und Abkettkante am Ende verbinden. Dort gibt es keine Randmaschen, also nimmst du den Maschenstich, der Masche für Masche folgt, oder du häkelst die Kanten zusammen. Strickst du das Rechteck quer, liegt die Naht an den langen Randmaschen-Kanten, und der Matratzenstich ergibt eine flache, kaum sichtbare Verbindung. Gibst du dem Stück vor dem Schließen eine halbe Drehung, entsteht ein echter Möbius-Schal, die Naht stößt dann rechte an linke Seite. Für Muster im Schlauch findest du auf der Seite Rundschal stricken weitere Hinweise.

Fehlerbilder am Loop und was dahintersteckt

So sieht es aus Ursache Abhilfe
Schlauch geht nicht über den Kopf Umfang ohne Zugabe gerechnet oder Anschlag zu fest 10 bis 20 cm Zugabe, locker oder mit dickerer Nadel anschlagen
Anschlagkante zieht sich zusammen Nadel länger als der Umfang kürzere Rundstricknadel nehmen
Lücke am Rundenanfang erste Masche nach dem Schließen zu locker Faden in den ersten zwei Maschen fest anziehen, Lücke beim Vernähen schließen
Kante läuft einmal um den Schlauch Anschlag beim Schließen verdreht auftrennen oder die Drehung als Effekt stehen lassen
Rand rollt sich ein glatt rechts ohne Abschluss Bündchen oder kraus rechts an den Kanten
Gestrick löst sich beim Netz auf echte Maschen statt Umschlagmaschen fallen gelassen Markierer nutzen, vor dem Fallenlassen zählen

Wenn du den Anschlag noch einmal ansehen möchtest, zeigt dir die Seite Maschen anschlagen den Handgriff.

Redaktionell geprüft am 05.11.2026. Änderungsprotokoll: 05.11.2026 neu geschrieben, auf den Rundenschluss und die Fehlerbilder ausgerichtet, Skizze ergänzt, Höhenangaben überarbeitet, Hinweis auf gerade Maschenzahl entfernt, weil das Netz mit jeder Maschenzahl aufgeht. Rechenbeispiele nachgerechnet, Technikschritte nicht neu nachgestrickt.

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