Loopschal stricken ganz einfach

Wirklich neu ist der Schlauchschal nicht. Vor zwei, drei Jahren feierte er dann aber als Loopschal sein großes Comeback und ist seitdem als Trendaccessoires nicht mehr wegzudenken. Den Loopschal gibt es in unzähligen Varianten zu kaufen. Du kannst Dir Deinen Loopschal aber auch selbst stricken. Und wie das geht, zeigen wir Dir hier.

Was ist ein Loopschal eigentlich genau?

Neudeutsch wird vom Loopschal oder auch Snood gesprochen, andere Namen sind Schlauchschal oder Rundschal. Schlauchschal trifft es auch ganz gut, denn ein Loopschal ist ein schlauchartiger Schal. Dabei gibt es den Loopschal in allen nur erdenklichen Varianten: ganz breit oder eher schmal, recht kurz oder sehr lang, dick und warm oder dünn und leicht. Je nachdem, wie Dein Loopschal aussieht, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Du ihn tragen kannst. So kannst Du ihn einfach wie eine Kette um den Schal legen. Oder Du kannst den Loopschal wie einen Poncho oder eine Stola über die Schultern ziehen. Du kannst den Loopschal mehrmals um Deinen Hals wickeln, so dass er Dich wie ein Halstuch schön wärmt. Du kannst die hintere Kante des Loopschals aber auch über Deinen Kopf ziehen und hast so Schal und Kapuze in einem.

Welche Wolle und welche Stricknadeln?

Für einen Loopschal eignet sich eigentlich jede Art von Wolle. Ob Du Dich für eine dicke oder eher dünne Wolle und ein flauschiges oder ein glattes Garn entscheidest, bleibt also Deinem Geschmack überlassen. Gleiches gilt für die Farbe und das Muster. Du kannst den Loopschal ganz schlicht und einfarbig, mit einem chicen Strickmuster oder bunt stricken. Natürlich kannst Du auch unterschiedliche Garne miteinander kombinieren.

Was die Stricknadeln angeht, so ist eine Rundstricknadel die bequemste Variante. Durch die Rundstricknadel strickst Du automatisch in Runden. Dadurch entsteht der Schlauch von selbst und Du musst später die Enden nicht mehr zusammennähen oder zusammenstricken. Welche Nadelstärke Du verwenden solltest, hängt von Deiner Wolle ab. Auf der Banderole ist aber immer angegeben, welche Nadelstärke am besten geeignet ist. Wenn Du keine Rundstricknadel hast oder lieber in Reihen stricken willst, geht das aber natürlich auch. Eine Idee für einen Loopschal, der in Reihen gestrickt ist, siehst Du hier:

 

Wie lang und wie breit?

Was die Länge und die Breite Deines Loopschals angeht, hast Du freie Auswahl. Du kannst Deinen Loopschal so stricken, dass er aussieht wie der Kragen bei einem Rollkragenpullover. Dazu misst Du Deinen Kopfumfang aus. Damit Du den Schal später bequem anziehen kannst, rechnest Du dann noch 10 bis 20cm dazu. Hierzu ein Beispiel: Damit Du auf eine Breite von 10cm kommst, brauchst Du 20 Maschen. Dein Kopfumfang beträgt rund 60cm, für eine bequeme Weite vergrößerst Du den Umfang um 15cm. Damit müsstest Du für Deinen Loopschal 150 Maschen anschlagen (10cm = 20 Maschen, 75 Maschen = 150 Maschen). Wenn Dein Loopschal länger werden soll, weil Du ihn mehrere Male um den Hals wickeln oder über die Schultern ziehen willst, musst Du die Maschenzahl entsprechend erhöhen.

Die Länge des Schals kannst Du natürlich ausmessen. Du kannst den Schal aber zwischendurch auch einfach anprobieren. Ein Loopschal ist oft etwa 40 bis 50cm lang. Dadurch hast Du einen mittelbreiten Schal. Wenn Du den Schal auch als Kapuze über den Kopf ziehen möchtest, musst Du ihn natürlich länger stricken. Möchtest Du den Schal hingegen mehrfach um Deinen Hals wickeln, reicht auch ein schmalerer Schal aus.

 

Eine Grundanleitung

Es ist nicht schwer, einen Loopschal zu stricken. Selbst als Anfänger solltest Du es problemlos hinbekommen. Die einfachste Variante geht so:

  • Du rechnest aus, wie viele Maschen Du brauchst, um auf die gewünschte Breite zu kommen.
  • Die ermittelte Maschenanzahl schlägst Du auf einer Rundstricknadel an.
  • Nun strickst Du die Maschen ab. Wenn Du das Ende der ersten Runde erreichst hast, drehst Du Deine Arbeit nicht um. Stattdessen strickst Du einfach weiter. So schließen sich Deine Maschen zu einem Kreis und später entsteht ganz automatisch ein Schlauch.
  • Bei Deinen ersten Versuchen ist es am einfachsten, wenn Du immer nur rechte Maschen strickst. Da Du in Runden arbeitest, entsteht so ein glatt rechtes Strickbild.
  • Wenn Du nur rechte Maschen strickst, wird sich Dein Rand aber einrollen. Wenn Du das nicht möchtest, kannst Du zu Beginn ein Bündchenmuster stricken. Für das Bündchenmuster strickst Du immer abwechselnd eine rechte und eine linke Masche. Nach ein paar Runden kannst Du dann nur noch mit rechten Maschen weitermachen.
  • Du strickst vor Dich hin, bis Dein Schlauch die gewünschte Länge erreicht hat. Dann kettest Du die Maschen ab, verknotest den Faden und schneidest das Ende ab. Und schon ist Dein Loopschal fertig.

Diese Grundanleitung kannst Du natürlich beliebig abwandeln. So kannst Du verschiedene Muster stricken oder Wolle in unterschiedlichen Farben verarbeiten. Dadurch hast Du dann einen gestreiften Schal. Du kannst den Loopschal aber auch recht einfach halten und anschließend an der Unterkante Fransen einziehen. Oder Du kannst Deinen Schal mit Applikationen verzieren. Du siehst, Deiner Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

 

Eine Anleitung Schritt für Schritt

Du musst Deinen Loopschal nicht unbedingt als dicken, warmen Winterschal stricken. Stattdessen kannst Du Deinen Loopschal auch dünn und leicht stricken, so dass Du ihn wie ein Halstuch sogar im Sommer tragen kannst. Einen solchen Loopschal stellen wir Dir in der folgenden Anleitung vor. Fertig wird Dein Schal dann ungefähr so aussehen:

Loopschal fertig

Um den Schal zu stricken, brauchst Du eine Rundstricknadel. Die Stärke der Nadel hängt von der Wolle ab, die Du verwendest. Bei der Wollmenge kommt es ebenfalls auf das Garn selbst und darauf an, wie lang und breit Dein Schal werden soll. 100 bis 150g, also 2 bis 3 Knäuel, sollten aber locker reichen. Und keine Sorge: Das Netzgewebe sieht schwierig aus, ist aber kinderleicht zu stricken! Bei dem Ganzen gibt es nämlich einen Trick. Doch dazu später mehr. Hier also die Anleitung Schritt für Schritt.

1. Schritt: die Maschenprobe. Bevor Du mit Deinem Loopschal anfängst, solltest Du unbedingt eine Maschenprobe machen. Dies ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen kannst Du so genau abschätzen, wie viele Maschen Du anschlagen musst, damit Dein Schal die gewünschte Breite bekommt. Zum anderen kannst Du das Muster ausprobieren. Die Stricktechnik, die bei dem Schal zur Anwendung kommt, funktioniert nämlich nicht mit jedem Garn.

Für die Maschenprobe kannst Du 10 Maschen anschlagen und 10 Reihen stricken. Dabei arbeitest Du in dem Muster, in dem auch der Schal gestrickt wird. (Die Technik beschreiben wir Dir gleich ausführlich.) Danach weißt Du, wie viele Maschen Du brauchst und wie sich Deine Wolle verhält.

Tipp: Wenn Dir das Netzgewebe so zu filigran ist, kannst Du die Wolle einfach doppelt nehmen. Du nimmst also zwei Wollknäuel und strickst die beiden Fäden gleichzeitig.

2. Schritt: der Maschenanschlag. Jetzt fängt das eigentliche Stricken an. Dazu schlägst Du die Maschenzahl an, die Du ermittelt hast. Achte nur darauf, dass die Maschenzahl gerade ist, also beispielsweise 40, 60 oder 80 Maschen. Wenn Du Deinen Loopschal später nur einmal um den Hals legen willst, reicht ein Umfang aus, der Deiner Kopfbreite plus 15 bis 20cm entspricht. Wenn Du Deinen Loopschal mehrmals um den Hals schlingen willst, brauchst Du entsprechend mehr Maschen.

3. Schritt: die beiden ersten Runden. Wenn Du Deine Maschen angeschlagen hast, strickst Du eine Runde rechte Maschen. Die zweite Runde strickst Du so: Zuerst machst Du einen Umschlag. Dann folgt eine rechte Masche. Danach kommt wieder ein Umschlag, anschließend strickst Du eine rechte Masche. So geht es bis ans Ende der Runde weiter. Du machst also immer abwechselnd einen Umschlag und strickst eine Masche rechts.

Info: Umschlag bedeutet, dass Du den Faden einmal um die rechte Stricknadel schlingst. Dadurch hast Du eine Art Schlaufe auf der Nadel, die aussieht wie eine Masche.

4. Schritt: die dritte und die folgenden Runden. Bist Du am Ende der Runde mit den Umschlägen angekommen, solltest Du Dir mit einem Faden, einem Maschenmarker oder einem anderen Hilfsmittel markieren, wo Deine Runde anfängt. Du setzt die Markierung also zwischen die letzte rechte Masche und den ersten Umschlag. Die Markierung brauchst Du später noch.

Ab jetzt strickst Du alle Runden mit rechten Maschen. In der dritten Runde strickst Du dabei sowohl die rechten Maschen als auch die Umschläge als rechte Maschen ab. Dadurch hast Du dann doppelt so viele Maschen auf Deiner Nadel wie beim Maschenanschlag. Ab der vierten Runde strickst Du einfach mit rechten Maschen weiter. Du strickst also alle Maschen, die Du jetzt auf Deiner Rundstricknadel hast, als rechte Maschen ab. Das machst Du solange, bis Dein Schlauch ungefähr halb so lang ist, wie er eigentlich werden soll.

Loopschal halblang

5. Schritt: die beiden letzten Runden. In der vorletzten Runde lässt Du alle die Maschen, die aus Umschlagmaschen entstanden sind, fallen. Wichtig ist aber, dass Du wirklich die Umschlagmaschen fallen lässt. Lässt Du die falschen Maschen fallen, löst sich Dein ganzer Schal nämlich auf! Beim Finden der richtigen Maschen hilft Dir der Maschenmarker. Durch die Markierung weißt Du nämlich, wo Deine Runde beginnt. Damit weißt Du auch, dass die erste Masche eine Umschlagmasche war. Hast Du Dir den Rundenanfang nicht markiert, kannst Du die Umschlagmaschen herausfinden, indem Du Deine Strickarbeit von der Anschlagreihe bis nach oben hin verfolgst. Durch die Umschläge hat die unterste Reihe nämlich Löcher und daran erkennst Du, wo echte Maschen und wo Umschläge waren.

Loopschal Umschläge

Gestrickt wird die vorletzte Runde so: Die Masche, die aus dem Umschlag entstanden ist, lässt Du von der Stricknadel fallen. Du strickst diese Masche also nicht, sondern lässt sie einfach von der Nadel gleiten. Die nächste Masche strickst Du rechts. Dann lässt Du wieder die Umschlagmasche fallen und strickst die folgende Masche rechts. So geht es bis zum Ende der Runde weiter. Danach hast Du wieder die Anzahl an Maschen auf der Nadel, die Du am Anfang angeschlagen hattest. Jetzt strickst Du noch eine letzte Runde rechte Maschen. Anschließend kettest Du die Maschen ab und vernähst den Faden.

6. Schritt: den Loopschal langziehen. Jetzt kommt der eigentliche Clou. Du ziehst den Loopschal nämlich in die Länge. Die Umschlagmaschen, die Du eben fallen gelassen hast, lösen sich ähnlich wie Laufmaschen bei einer Strumpfhose auf. Dadurch ergibt sich wie von Zauberhand das Netzgewebe und Dein Loopschal verlängert sich.

Loopschal Netzgewebe

Wenn Du alle Luftmaschen auseinandergezogen hast, ist Dein luftig-leichter Loopschal fertig!

Extra-Tipp: Du kannst Deinen Loopschal auch so stricken, dass sich normales, dichtes Strickwerk und Netzgewebe abwechseln. Dazu strickst Du einfach ein paar Runden ganz normal mit rechten Maschen. Dann arbeitest Du eine Runde ein, in der Du immer abwechselnd einen Umschlag und eine rechte Masche strickst. Die Umschläge und die Maschen strickst Du in den folgenden Runden als rechte Maschen ab. Anschließend lässt Du die Umschlagmaschen fallen und arbeitest wieder mit rechten Maschen weiter. Die fallen gelassenen Maschen kannst Du nun auseinanderziehen. Nach ein paar weiteren Runden mit rechten Maschen kannst Du ein weiteres Netzgewebe einarbeiten, indem Du wieder eine Reihe mit Umschlägen machst und die Umschlagmaschen nach ein paar Runden fallen lässt.