Strickanleitung Hut: Ein Leitfaden für einen chicen Strickhut

Infos zu Strickanleitung Hut
Wir erklären in einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Du einen Hut stricken kannst.

Wenn es um gestrickte Kopfbedeckungen geht, wirst Du vermutlich im ersten Moment an eine Mütze denken. Vielleicht kommt Dir auch ein Stirnband oder ein Tuch in den Sinn. Wir möchten Dir in dieser Anleitung aber noch eine andere Idee zeigen. Wir stricken nämlich einen Hut! Und keine Sorge: Das ist längst nicht so schwierig, wie Du möglicherweise befürchtest. Mehr als rechte und linke Maschen musst Du nämlich gar nicht können, um die Strickanleitung für den Hut nachzuarbeiten. Also, los geht’s!

Wenn Du nach einer Strickanleitung für einen Hut gesucht hast, ist Dir bestimmt schon aufgefallen, dass es im Netz zwar ziemlich viele Anleitungen für Hüte gibt. Doch viele davon sind Häkelanleitungen. Manchmal werden auch Stricken und Häkeln als Handarbeiten kombiniert. Oder es handelt sich um Anleitungen, bei denen der Hut erst gestrickt und danach gefilzt wird.

Der Hintergrund hierzu ist, dass ein gehäkeltes oder gefilztes Gewebe dichter und fester ist als ein gestricktes Gewebe. Und anderes als eine Mütze braucht ein Hut diesen Stand auch. Doch das heißt nicht, dass es nicht möglich wäre, einen Hut nur zu stricken. Die notwendige Festigkeit kannst Du nämlich erreichen, indem Du mit mehreren Fäden gleichzeitig strickst.

Die Materialien für den gestrickten Hut

  • 3 Knäule Strickgarn zu 50 Gramm
  • Rundstricknadel in Größe 4
  • Nadelspiel in Größe 4
  • Maschenmarkierer
  • Nadel mit stumpfer Spitze
  • Maßband
  • Schere

Wir haben den Hut aus einer normalen, vierfädigen Sockenwolle gestrickt. Möchtest Du die Strickanleitung für den Hut mit einem anderen Garn nacharbeiten, solltest Du zuvor eine Maschenprobe machen. So kannst Du herausfinden, ob die Größe passt oder ob Du die Maschenzahlen anpassen musst.

Das Strickmuster für den Hut

Muster zu Strickanleitung Hut
Die abgehobenen Maschen treten deutlich hervor und sorgen so für eine dekorative Optik.

In unserer Strickanleitung verwenden wir zwei verschiedene Muster für den Hut. Die Krempe arbeiten wir abwechselnd aus einer links und einer rechts gestrickten Runde.

Für den oberen Teil stricken wir ein Muster mit abgehobenen Maschen. Dieses Muster geht jeweils über zwei Runden. Und zwar so:

  • 1. Runde: *4 Maschen rechts, 1 Masche rechts abheben* fortlaufend wiederholen
  • 2 Runde: alle Maschen rechts

Eine Masche rechts abheben bedeutet, dass Du die Masche nicht strickst. Du stichst zwar ganz normal in die Masche ein, so als würdest Du sie rechts stricken wollen. Statt sie zu stricken, hebst Du die Masche dann aber einfach nur auf die rechte Nadel rüber.

In der nächsten Runde strickst Du alle Maschen rechts, auch die abgehobenen Maschen. Dadurch entsteht das Muster, das fast so aussieht, als würden die abgehobenen Maschen wie Kordeln auf dem Gewebe aufliegen.

Tipp: Wenn Du Dir in Erinnerung rufen willst, wie das mit den rechten und linken Maschen ging, schaue Dir die entsprechenden gratis Anleitungen dazu auf unserer Seite an. Dort ist alles noch einmal genau erklärt.

Die Strickanleitung für den Hut

Wir stricken den Hut in Runden von unten nach oben. Wir beginnen also am äußeren Rand der Hutkrempe und arbeiten uns dann weiter nach oben vor. Das Stricken in Runden hat den Vorteil, dass Du den Hut später nicht zusammennähen musst.

Allerdings stricken wir mit drei Fäden gleichzeitig. Auf diese Weise wird Deine Wolle ziemlich dick. Doch das ist notwendig, damit der gestrickte Hut einen guten Stand hat. Achte beim Stricken also darauf, dass Du immer alle Schlingen erfasst. Aber genug der Vorrede, fangen wir an!

Der Anschlag der Maschen

Für den Hut nimmst Du von jedem Wollknäuel einen Faden, so dass Du insgesamt drei Fäden hast. Mit diesen drei Fäden schlägst Du nun 120 Maschen auf der Rundstricknadel an. Verteile die Maschen dann gleichmäßig auf der Nadel und achte darauf, dass sie sich nirgends verdreht haben.

Der Strickhut hat eine Universalgröße und sollte eigentlich auf so ziemlich jeden Damenkopf passen. Möchtest Du einen kleineren Hut für ein Kind stricken oder ganz auf Nummer sicher gehen, kannst Du aber natürlich auch auf Maß arbeiten. Gleiches gilt, wenn Du keine Sockenwolle, sondern ein anderes Garn verarbeitest.

Stricke in diesem Fall eine Maschenprobe in glatt rechts. Anschließend misst Du den Kopfumfang aus. Mit diesem Maß kannst Du ausrechnen, wie viele Maschen Du brauchst, um den Kopfumfang zu erreichen. Für die Hutkrempe erhöhst Du die Maschenzahl dann um ein Drittel.

Ein Beispiel: Deine Maschenprobe hat ergeben, dass Du mit 60 Maschen auf den gewünschten Kopfumfang kommst. Ein Drittel davon sind 20 Maschen. Für den Hut würdest Du in diesem Fall also 80 Maschen anschlagen.

Die Hutkrempe

Hast Du alle Maschen auf der Nadel, kann das Stricken beginnen. Dabei arbeitest Du abwechselnd Runden aus linken und rechten Maschen. Später kommen dann noch Abnahmen.

Damit Du nicht ständig mitzählen musst, solltest Du Dir den Anfang der Runde markieren. Dafür kannst Du einen Maschenmarker verwenden. Hast Du keinen Maschenmarker, kannst Du einfach ein Stück Wolle in einer anderen Farbe nehmen, zu einer Schlaufe binden und auf die Stricknadel schieben.

Die Hutkrempe strickst Du so:

  • 1. Runde: alle Maschen links
  • 2. Runde: alle Maschen rechts
  • 3. Runde: alle Maschen links
  • 4. Runde: alle Maschen rechts
  • 5. Runde: alle Maschen links

In der sechsten Runde folgt die erste Abnahme. Dabei strickst Du alle Maschen rechts und nimmst gleichzeitig zehn Maschen ab. Dafür strickst Du jede 11. und 12. Masche rechts zusammen. Danach kommt eine Runde links über alle Maschen.

Die achte Runde ist wieder eine Abnahmerunde. Auch hier nimmst Du zehn Maschen ab, indem Du jede 10. und 11. Masche rechts zusammenstrickst. Anschließend folgt eine Runde links.

In der zehnten Runde nimmst Du ein letztes Mal zehn Maschen ab. Dazu strickst Du jede 9. und 10. Masche rechts zusammen. Am Ende dieser Runde sind noch 90 Maschen übrig. Wie schon zuvor, strickst Du jetzt eine weitere Runde links über diese 90 Maschen. Die Hutkrempe ist damit fertig.

Hinweis

Wenn Du mit einer anderen Maschenzahl angefangen hast, musst Du ausrechnen, wie viele Maschen Du in den drei Runden abnehmen musst. Dazu teilst Du die Anzahl der Maschen, die Du für die Hutkrempe zusätzlich angeschlagen hast, durch 3. So weißt Du, wie viele Abnahmen pro Runde notwendig sind.

Für gleichmäßige Abnahmen teilst Du dann die Gesamtzahl Deiner Maschen durch die Anzahl der Abnahmen. Das Ergebnis sind die Maschen, die Du zusammenstricken musst.

Hast Du für die Hutkrempe zum Beispiel 20 Maschen zusätzlich angeschlagen, müsstest Du in den drei Abnahmerunden jeweils 7 Maschen abnehmen. Beträgt Deine Gesamtzahl 80 Maschen, teilst Du die 80 Maschen durch die sieben Abnahmen. 80 geteilt durch 7 ergibt rund 11.

Folglich strickst Du in der ersten Abnahmerunde jede 10. und 11. Masche zusammen. In der nächsten Abnahmerunde reduzierst Du den Abstand zwischen den Abnahmen um eine Masche. In der dritten Abnahmerunde kannst Du dann die restlichen Abnahmen, die jetzt noch fehlen, stricken.

Der obere Teil vom Hut

Nachdem die Hutkrempe fertig ist, geht es mit dem oberen Teil vom Hut weiter. Dabei arbeitest Du in dem Muster, das wir oben beschrieben haben. Du wechselst also eine Runde mit abgehobenen Maschen und eine Runde aus rechten Maschen ab. Das machst Du solange, bis Deine Arbeit (ohne die Hutkrempe) etwa 12 cm hoch ist.

Die Abnahmen für den Hutdeckel

Dann musst Du wieder Maschen abnehmen, damit Dein Hut nach oben hin schmaler wird. Durch das Strickmuster hast Du Gruppen aus jeweils fünf Maschen, nämlich aus den vier rechten Maschen und einer abgehobenen Masche. Das Strickmuster setzt Du fort und arbeitest die Abnahmen gleichzeitig innerhalb der Gruppen. Dadurch wird der Abstand zwischen den abgehobenen Maschen zunehmend kleiner. Das heißt:

  • Zuerst strickst Du in jeder zweiten Gruppe die beiden ersten Maschen rechts zusammen.
  • Dann strickst Du eine Runde rechts über alle Maschen
  • Jetzt strickst Du in den anderen Gruppen, die noch vier rechte Maschen haben, die beiden ersten Maschen rechts zusammen.
  • Nun folgt wieder eine Runde rechts. Dabei sollten jetzt überall zwischen den abgehobenen Maschen nur noch drei rechte Maschen sein.
  • Danach reduzierst Du bei jeder zweiten Gruppe die rechten Maschen auf zwei rechte Maschen, indem Du wie vorhin die beiden ersten Maschen rechts zusammenstrickst.
  • Nach einer Runde rechts nimmst Du in der nächsten Runde erneut die beiden ersten Maschen ab. Dadurch bestehen Deine Gruppen jetzt aus drei Maschen.
  • Dieses Schema setzt Du fort, bis Dein Muster aus einer Masche rechts und einer abgehobenen Masche besteht.

Zwischendurch wird Deine Strickarbeit für die Rundstricknadel zu eng werden. Dann wechselst Du auf das Nadelspiel. Verteile die Maschen dabei in Gruppen auf die Nadeln. So behältst Du leichter den Überblick.

Auf Deinen Stricknadeln sind jetzt noch 45 Maschen übrig. In der nächsten Runde strickst Du jede 2. und 3. Masche rechts zusammen. Die Maschen dazwischen arbeitest Du ebenfalls als rechte Maschen.

Dann folgt auch schon die allerletzte Runde. Und hier strickst Du immer zwei Maschen rechts zusammen. So bleiben am Ende 15 Maschen übrig.

Die Ausarbeitung

Bist Du mit dem Stricken fertig, schneidest Du die Fäden großzügig ab und fädelst sie auf eine Nadel mit großem Öhr auf. Anschließend schiebst Du die Nadel nacheinander durch die 15 Maschen und lässt die Maschen gleichzeitig von den Stricknadeln gleiten.

Mit den Wollfäden ziehst Du die Maschen jetzt möglichst fest zusammen. Dann stichst Du die Nadel durch die Mitte hindurch. Auf der Innenseite vom Hut kannst Du die Fäden nun ordentlich vernähen. Sollte eine kleine Öffnung geblieben sein, kannst Du das Loch bei der Gelegenheit gleich mit zunähen.

Zum Schluss musst Du nur noch die Anfangsfäden ordentlich vernähen. Damit ist Dein selbstgestrickter Hut fertig!