Strickstrumpfhose: Auch für Anfänger zum Nachstricken

Aktualisiert am 19. August 2020 von Selda Bekar

Anleitung für Strickstrumpfhose
Mit einer handgemachten Strickstrumpfhose hast Du ein echtes Einzelstück im Schrank!

Auch in der kalten Jahreszeit möchten Damen nicht auf Röcke und Kleider verzichten. Um die Beine warm einzupacken, wird das Outfit dann eben um eine Strumpfhose ergänzt. Nur sind blickdichte Strumpfhosen mitunter ganz schön teuer. Vor allem wenn es sich um Strickstrumpfhosen einer namhaften Marke handelt, die in auffälligen Farben oder chicen Mustern daherkommen, kann der Preis ziemlich hoch sein. Andererseits spricht nichts gegen das Selbermachen. Wenn Du ohnehin gerne strickst, kannst Du ruhig selbst zum Strumpfhosen-Designer werden. Wir haben eine Anleitung für eine Strickstrumpfhose für Dich!

Ob in klassischen Farben wie Schwarz, Grau, Blau oder Braun, in kräftigen Trendfarben oder bunt gemustert: Strumpfhosen gibt es in allen nur erdenklichen Varianten.

Doch du musst das Beinkleid nicht kaufen. Wenn Du selbst kreativ werden willst, kannst Du Dir Deine Strickstrumpfhose auch selbst anfertigen. Das ist gar nicht so schwer, wie Du vielleicht denkst. Wir erklären Dir Schritt für Schritt, wie es geht!

Die Materialien für die Strickstrumpfhose

Für die Strickstrumpfhose kannst Du eine normale Sockenwolle verwenden. Denn Sockenwolle lässt sich gut verarbeiten und problemlos in der Waschmaschine waschen. Außerdem ist sie unempfindlich und wärmt schön.

Entscheidest Du Dich für eine Sockenwolle, die schon in sich gemustert ist, bekommt Deine Strumpfhose automatisch eine tolle Optik. Auf ein zusätzliches Muster kannst Du so verzichten. Magst Du es schlicht, nimmst Du einfach eine einfarbige Wolle.

Doch natürlich kannst Du auch ein komplett anderes Garn verwenden. Für eine warme Strumpfhose eignet sich zum Beispiel ein Garn mit Schurwolle oder Acryl, für eine dünnere Sommer-Strumpfhose ist Baumwolle eine gute Wahl.

Achte nur darauf, dass das Garn nicht zu dick ist. Du solltest es mit einer Stricknadel in Stärke 2,5 bis 3,5 verarbeiten können. Sonst wird das Gewebe zu grob. Was bei einer Mütze, einem Schal oder einem Pullover toll aussehen kann, wirkt bei einer Strickstrumpfhose weniger schön.

Wie viel Strickwolle Du brauchst, hängt natürlich davon ab, in welcher Größe Du die Strumpfhose strickst. Jedenfalls sieht die Liste für die Strumpfhose so aus:

  • Strickwolle Deiner Wahl; etwa 400 Gramm bei Größe S und mit jeder weiteren Größe jeweils 50 Gramm mehr, bei zum Beispiel Größe XL also ungefähr 550 Gramm
  • Rundstricknadel und Nadelspiel, je nach Wolle und Maschenprobe in Stärke 2,5 bis 2,5
  • Maßband
  • Maschenmarker
  • Schere
  • Nähnadel mit stumpfer Spitze

Ein paar Hinweise und Tipps vorab

Wir stricken die Strumpfhose in Runden von oben nach unten. Deshalb musst Du an einigen Stellen Maschen zunehmen und an anderen Stellen Maschen abnehmen. Wichtig ist außerdem, dass Du eine Maschenprobe anfertigst. Schließlich wäre es schade, wenn die ganze Arbeit umsonst war, weil Deine Strickstrumpfhose zu groß oder zu klein geraten ist.

Die Maschenprobe

Wir beschreiben Dir die Strickstrumpfhose mit einem Garn, bei dem glatt rechts gestrickt 26 Maschen und 35 Reihen jeweils zehn Zentimeter ergeben. Außerdem arbeiten wir die Strumpfhose in Größe M/L. So passt sie bei einem Hüftumfang zwischen 90 und 98 Zentimetern.

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Du solltest mit Deiner Strickwolle ein zehn Zentimeter großes Quadrat stricken und sowohl die Maschen als auch die Reihen abzählen. Kommst Du auf andere Werte, kannst Du ausprobieren, ob Du mit dünneren oder dickeren Stricknadeln auf unsere Maschenprobe kommst.

Die andere Möglichkeit ist, dass Du selbst ausrechnest, wie viele Maschen Du anschlagen musst. Dazu misst Du Deinen Hüftumfang aus. Allerdings nimmst Du nicht an der breitesten Stelle, sondern etwa zehn Zentimeter unter dem Bauchnabel Maß.

Diesen Wert kannst Du dann auf Deine Maschenprobe umrechnen. Kommst Du zum Beispiel auf einen Umfang von 90 Zentimetern und brauchst Du 24 Maschen pro zehn Zentimeter, würdest Du 24 * 9 = 216 Maschen anschlagen.

Die Zunahmen

Um eine neue Masche zuzunehmen, arbeitest Du an der entsprechenden einen Umschlag. In der nächsten Runde strickst Du diesen Umschlag rechts verschränkt ab.

Verschränkt bedeutet, dass Du nicht wie sonst in das vordere, sondern in das hintere Maschenglied einstichst. Du führst die rechte Stricknadel also auf der Rückseite in die Masche ein. Es ist sehr wichtig, dass Du die Umschläge verschränkt abstrickst. Sonst entstehen Löcher.

Wenn Du möchtest, kannst Du die neuen Maschen aber natürlich auch aus dem Querfaden oder der jeweiligen Masche herausstricken.

Die Abnahmen

An den Beinen nimmst Du Maschen ab, damit die Strumpfhose nach unten hin schmaler wird.

Dabei fallen bei einer Abnahme zwei Maschen weg. Dafür strickst Du zuerst zwei Maschen rechts zusammen. Die beiden nächsten Maschen strickst Du rechts verschränkt zusammen. Hier stichst Du also in die beiden hinteren Maschenglieder auf der Rückseite der Stricknadel ein.

Die Anleitung für die Strickstrumpfhose

Damit die Anleitung nicht zu kompliziert wird, stricken wir die Strumpfhose glatt rechts. Und weil wir größtenteils in Runden arbeiten, musst Du dafür immer nur rechte Maschen stricken.

Möchtest Du Deine Strumpfhosen elastischer haben, kannst Du sie in einem Rippenmuster anfertigen, bei dem Du rechte und linke Maschen abwechselst. Bist Du geübt, kannst Du aber selbstverständlich auch ein aufwändigeres Strickmuster wählen.

Aber jetzt fangen wir endlich an!

Die Maschen anschlagen und das Bündchen stricken

Für die Strickstrumpfhose schlägst Du auf der Rundstricknadel 248 Maschen an (oder eben die Maschenzahl, die Du für Deine Größe und bei Deinem Garn ermittelt hast).

Der Anfang Deiner Runde ist die hintere Mitte der Hose. Hier bringst Du einen Maschenmarker an. Wenn Du keinen Markierer hast, kannst Du auch einfach ein Stück Wolle in einer anderen Farbe nehmen, zu einer Schlaufe binden und auf die Nadel legen. Einen zweiten Markierer setzt Du nach der Hälfte Deiner Maschen, in unserem Fall also nach 124 Maschen.

Das Bündchen strickst Du nun im Rippenmuster. Und zwar so:

  • Du beginnst mit einer Masche rechts.
  • Dann strickst Du immer abwechselnd zwei Maschen links und zwei Maschen rechts.
  • Die Runde endet nach zwei linken Maschen mit einer rechten Masche.
Dieses Rippenmuster arbeitest Du, bis Dein Bündchen fünf Zentimeter hoch ist.

Verkürzte Reihen für die Passform arbeiten

Damit die Strumpfhose später eine bessere Passform hat, kommen jetzt ein paar verkürzte Reihen. Durch die verkürzten Reihen wird der hintere Teil der Strickstrumpfhose ein wenig höher und breiter. Die verkürzten Reihen arbeitest Du wie folgt:

  • Du strickst elf Maschen rechts.
  • Danach drehst Du Deine Arbeit um und strickst 22 Maschen links. Ziehe den Faden straff an, nachdem Du gewendet hast und bevor Du die erste Masche strickst. Sonst könnten die Maschen zu locker werden und dadurch kleine Löcher entstehen.
  • Jetzt wendest Du wieder, ziehst den Faden an und strickst 32 Maschen rechts.
  • Anschließend erneut wenden, den Faden anziehen und dann 42 Maschen links stricken.
  • Dieses Schema führst Du fort. Nach jedem Wenden strickst Du also immer zehn Maschen mehr als in der vorhergehenden Reihe.
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Wenn Du über 192 Maschen gestrickt hast, sind die verkürzten Reihen fertig. Bei einer anderen Maschenzahl arbeitest Du die verkürzten Reihen, bis Du über ungefähr drei Viertel Deiner Maschen strickst.

Dann geht es wieder über alle Maschen glatt rechts in Runden weiter.

Maschen für den Zwickel zunehmen

Wenn Deine Arbeit an der vorderen Mitte 24 cm lang geworden ist, wird es Zeit für die ersten Zunahmen. Die Zunahmen brauchst Du für den Zwickel der Strickstrumpfhose.

Für die Zunahmen arbeitest Du vor und nach den beiden Markern jeweils einen Umschlag:

  • Du machst also gleich zu Beginn der Runde einen Umschlag.
  • Dann strickst Du bis zum zweiten Markierer und arbeitest hier vor und nach dem Markier je einen Umschlag.
  • Anschließend strickst Du bis zum Ende der Runde und arbeitest erneut einen Umschlag.
  • Damit hast Du vier Umschläge gestrickt und folglich vier Maschen zugenommen.
  • In der nächsten Runde strickst Du die Umschläge rechts verschränkt ab.

Die Zunahmen wiederholst Du in jeder zweiten Runde noch 10 Mal. In den Runden dazwischen arbeitest Du die Umschläge rechts verschränkt.

Nach den Zunahmen solltest Du nun 292 Maschen auf Deiner Rundstricknadel haben. Über diese Maschen strickst Du weiter in Runden, bis Deine Arbeit vorne mittig 30 Zentimeter lang ist.

Den Zwickel stricken

Der obere Teil der Strickstrumpfhose ist schon fast fertig. Die beiden Maschenmarker kannst Du entfernen. Was jetzt noch fehlt, ist der Zwickel. Bevor Du ihn strickst, teilst Du die Maschen auf. Nämlich so:

  • Die ersten sieben Maschen der Runde kettest Du ab.
  • Die nächsten 132 Maschen legst Du still. Dazu kannst Du die Maschen auf eine andere Stricknadel schieben oder auf einen langen Wollfaden fädeln. Mit diesen Maschen strickst Du später ein Bein.
  • Die folgenden 14 Maschen belässt Du auf der Nadel. Sie ergeben gleich den Zwickel.
  • Für das zweite Bein legst Du die nächsten 132 Maschen ebenfalls still.
  • Die übrigen sieben Maschen kettest Du ab.

Über die 14 Maschen, die Du auf der Nadel gelassen hast, strickst Du zehn Zentimeter glatt rechts in Reihen. Du arbeitest die Hinreihen also mit rechten und die Rückreihen mit linken Maschen.

Wenn Dein Zwickel um die zehn Zentimeter lang ist, kettest Du die Maschen ab. Anschließend klappst Du den Zwickel nach hinten und nähst ihn an der Kante von den Maschen an, die Du vorhin am hinteren Stück der Strickstrumpfhose abgekettet hast.

Das erste Bein stricken

Nach dem Zwickel ist das erste Bein Deiner Strickstrumpfhose an der Reihe. Dafür legst Du die 132 stillgelegten Maschen auf das Nadelspiel. Zusätzlich dazu strickst Du aus der Seitenkante des Zwickels 28 Maschen heraus. Damit hast Du insgesamt 160 Maschen, die Du auf jeweils 40 Maschen pro Nadel aufteilen kannst.

Über die 160 Maschen strickst Du glatt rechts in Runden. Bringe Dir dabei in der ersten Runde einen Maschenmarker in der Mitte von der Innenseite des Beins an.

Wenn Dein Bein eine Länge von fünf Zentimetern erreicht hat, beginnst Du mit den Abnahmen. Dazu strickst Du bis zwei Maschen vor den Marker. Diese beiden Maschen strickst Du rechts zusammen. Die zwei Maschen nach dem Marker strickst Du rechts verschränkt zusammen.

Nach dem gleichen Prinzip nimmst Du in jeder siebten Runde je zwei Maschen ab. Das wiederholst Du, bis noch 94 Maschen übrig sind. Über die 94 Maschen strickst Du weiter, bis das Bein ungefähr 76 cm lang ist.

Möchtest Du die Strickstrumpfhose als Leggings ohne Fuß arbeiten, strickst Du jetzt ein Bündchen. Wie zu Beginn arbeitest Du dafür je zwei Maschen rechts und links im Wechsel. Nach etwa vier Zentimetern im Bündchenmuster kannst Du die Maschen abketten.

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Probiere aber zwischendurch die Leggings am besten an. So kannst Du die Beinlänge anpassen.

Für eine Strumpfhose mit Fuß strickst Du bis zu einer Länge von ungefähr 80 Zentimetern glatt rechts weiter. Je nach Schuhgröße kannst Du dabei gleichzeitig noch weitere Maschen abnehmen, bis Du auf die übliche Maschenzahl für Socken kommst.

Die Ferse und den Fuß der Strickstrumpfhose arbeiten

Den Fußteil der Strumpfhose strickst Du genauso wie Socken. Du arbeitest also zunächst die Ferse, dann den Fuß und zum Schluss die Spitze.

Die Ferse

Wenn Du öfter Strümpfe strickst, wirst Du vermutlich Deine Lieblings-Ferse haben. Falls nicht oder wenn Du eine neue Ferse testen möchtest, kannst Du diese sehr einfache Variante ausprobieren:

  • Du strickst die Ferse nur über die Maschen einer Nadel. Achte darauf, dass Du die richtige Nadel nimmst, damit der Fuß der Strickstrumpfhose später nicht in die falsche Richtung zeigt.
  • Über die Maschen Deiner Nadel strickst Du die gleiche Anzahl an Hin- und Rückreihen. Hast Du zum Beispiel noch 60 Maschen für den Fuß, befinden sich 15 Maschen auf einer Nadel. Also strickst Du nun 15 Hinreihen rechts und 15 Rückreihen links.
  • Danach nimmst Du aus der Fersenwand neue Maschen auf. Und auch hier bleibt es wieder bei der Anzahl der Maschen auf Deiner Nadel.
  • Hast Du die erste Nadel abgestrickt, nimmst Du aus der Fersenwand in unserem Beispiel 15 Maschen auf. Die beiden nächsten Nadeln strickst Du normal ab. Auf der anderen Seite strickst Du noch einmal 15 Maschen aus der Fersenwand heraus.
  • Wenn Du eine oder zwei Maschen mehr aufnimmst, um Löcher zu vermeiden, macht das nichts.
  • In den nächsten Runden musst Du Maschen abnehmen, damit Du wieder auf Deine ursprüngliche Maschenzahl kommst. Dazu strickst Du in jeder der folgenden Runden die beiden Maschen am Übergang zwischen den alten und den neu aufgenommenen Maschen zusammen. Du strickst also jeweils eine alte und eine neue Masche zusammen.
  • Die Abnahmen arbeitest Du, bis Du wieder die Maschenzahl vor der Ferse auf den Nadeln hast. Dann strickst Du bis zur benötigten Fußlänge weiter.

Die Spitze

Auch für die Spitze gibt es verschiedene Varianten. So kannst Du zum Beispiel in jeder zweiten Runde die beiden letzten Maschen auf der ersten und der dritten Nadel sowie die beiden ersten Maschen auf der zweiten und der vierten Nadel zusammenstricken. Wenn nur noch acht Maschen übrig sind, fädelst Du einen Wollfaden durch und ziehst die Maschen damit fest zusammen.

Das zweite Bein stricken

Für das andere Bein nimmst Du die stillgelegten Maschen auf der gegenüberliegenden Seite auf Dein Nadelspiel. Dann strickst Du genauso wie beim ersten Bein.

Zum Schluss musst Du nur noch alle Fäden ordentlich vernähen. Damit ist Deine selbstgemachte Strickstrumpfhose fertig!