Katzenkorb häkeln: So fühlt sich Deine Mieze wohl

Aktualisiert am von Selda Bekar

Anleitung für Katzenkorb häkeln
Einen gemütlichen Katzenkorb musst Du nicht kaufen, sondern kannst ihn ganz einfach selbst häkeln.

Katzen mögen es gerne, auf Erkundungstour zu gehen, zu klettern, zu spielen und mit ihren Herrchen und Frauchen zu kuscheln. Aber Katzen verbringen auch sehr viel Zeit damit, zu schlafen. Sie lieben es, sich ein gemütliches Plätzchen zu suchen und dort ausgiebig zu entspannen. Wenn Du Deinem Stubentiger etwas Gutes tun möchtest, liegst es deshalb nahe, ihm einen Katzenkorb zu häkeln. Deine Katze hat so ein tolles Bett und Du kannst Deinem Hobby Häkeln nachgehen. In dieser Anleitung zeigen wir Dir eine Idee für ein selbstgehäkeltes, eckiges Katzenkörbchen aus dünnen Fleecedecken.

Einige Katzen machen es sich bevorzugt im Bett ihrer zweibeinigen Mitbewohner gemütlich oder liegen am liebsten im Korb mit der frisch gewaschenen Bügelwäsche. Andere Katzen begeistern sich für jeden größeren Karton oder nehmen leidenschaftlich gerne die Fensterbank in Beschlag.

Herrchen und Frauchen sind mit diesen Lösungen aber oft nicht so richtig glücklich. Denn es ist nicht unbedingt angenehm, wenn das Bett und die Kleidung voller Katzenhaare sind. Und Kartons, die in der Wohnung herumstehen, sorgen nicht gerade für eine tolle Optik.

Wenn Du ohnehin Spaß an Handarbeiten hast, dann kannst Du doch einfach einmal einen gemütlichen Katzenkorb häkeln. Dein Stubentiger wird sich bestimmt über seinen neuen Schlafplatz freuen!

Vorab ein paar Worte zum Material für das Katzenbett

Normale Wolle oder klassisches Häkelgarn eignet sich nicht ganz so gut für einen Katzenkorb. Das liegt zum einen daran, dass eine Katze mit ihren Krallen in dem feinen Gewebe hängen bleiben könnte. Dadurch könnte sich die Katze verletzen und das Körbchen würde auch nicht sehr lange halten.

Zum anderen beißt so manche Katze mitunter gerne mal in Textilien oder Wollfäden. Wenn sie dabei regelmäßig Wollfasern verschluckt, kann das auf Dauer aber ziemlich gefährlich werden.

Ein anderer Aspekt ist die Pflege. Nicht alle Strickgarne können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Doch allein schon wegen der Katzenhaare und für einen angenehmen, frischen Duft kann der Korb immer mal wieder eine Wäsche vertragen.

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Wir häkeln den Katzenkorb deshalb aus einfachen, dünnen Fleecedecken. Denn so lässt sich das Katzenbett problemlos sauber halten. Gleichzeitig wird es kuschelig weich und schön stabil.

Vielleicht hast Du sogar noch ein paar solcher Decken im Schrank, die Du nicht mehr brauchst. Dann kannst Du die alten Decken ganz im Sinne vom Upcycling verwerten und ein weiches, kuscheliges Katzenkörbchen für Deine Fellnase daraus häkeln. Ansonsten bekommst Du schlichte Fleecedecken für ein paar Euro in jedem Laden mit Möbeln und Deko.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Du anstelle von Fleecedecken ausgemusterte Bettlaken, Tischdecken oder T-Shirts zu Textilgarn verarbeitest. Ist DIY Garn nicht Dein Ding, kannst Du aber selbstverständlich auch neues Textilgarn im Fachhandel kaufen.

Das brauchst Du für einen Katzenkorb

  • 2 oder 3 Fleecedecken
  • Häkelnadel in Größe 6 bis 8
  • Nähnadel mit sehr großem Öhr
  • Schere
  • Maßband

Wie viele Fleecedecken Du brauchst, hängt davon ab, welches Format die Decken haben und wie groß Du den Katzenkorb häkeln willst. Bei einer normal große Katze solltest Du aber mit zwei bis drei Fleecedecken locker hinkommen.

Einen eckigen Katzenkorb häkeln – so geht’s

Für den Katzenkorb verarbeitest Du die Fleecedecken zuerst zu Garn. Danach kannst Du Dich ans Häkeln machen. Dabei musst Du für den Korb nur Luftmaschen, Kettmaschen und feste Maschen können. Also alles ganz einfach. Aber gehen wir die Anleitung Schritt für Schritt durch!

1. Die Fleecedecken vorbereiten

Bevor Du Dich an die Arbeit machst, solltest Du die Fleecedecken einmal in der Waschmaschine waschen. Das gilt für alte Decken genauso wie für neu gekaufte. Und am besten gibst Du bei der Wäsche etwas Essig dazu. Dadurch werden chemische Rückstände entfernt und Gerüche beseitigt. Außerdem wird der Stoff schön weich.

2. Das Häkelgarn herstellen

Grafik zu Katzenkorb häkeln
Aus der Fleecedecke schneidest Du einen langen Streifen.

Als nächstes verarbeitest Du die erste Fleecedecke zu Häkelgarn. Dazu breitest Du die Decke vor Dir aus. Hat die Decke einen eingefassten Rand, schneidest Du ihn rundherum mit der Schere ab.

Dann beginnst Du an einer der unteren Ecken und schneidest von hier aus einen gut einen Zentimeter breiten Streifen nach oben. Wenn Du etwa einen Finger breit von der oberen Kante entfernt bist, hörst Du auf. Du schneidest den Stoff also nicht ganz durch, sondern lässt einen Rand stehen.

Anschließend gehst Du einen guten Zentimeter weiter und schneidest den nächsten Streifen von oben nach unten ein. Auch hier beendest Du den Schnitt kurz vor der Kante.

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Das Ganze wiederholst Du, bis sich die Fleecedecke in einen langen Streifen verwandelt hat. Damit hast Du einen Teil vom Häkelgarn für den Katzenkorb fertig. Das Garn kannst Du aufwickeln und nach dem gleichen Prinzip dann auch die anderen Fleecedecken zuschneiden.

3. Den Boden vom Katzenkorb häkeln

Für den Boden vom Katzenkorb schlägst Du eine Kette aus Luftmaschen an. Wie viele Luftmaschen es werden, richtet sich danach, wie breit Du den Katzenkorb häkeln möchtest. Soll das Bettchen für Deine Mieze zum Beispiel 35 x 35 cm groß werden, arbeitest Du so viele Luftmaschen, bis Deine Kette 35 cm lang ist.

Hast Du die Luftmaschenkette fertig, schlägst Du noch eine zusätzliche Luftmasche an. Das ist die Wendeluftmasche. Sie sorgt dafür, dass Dein Rand gerade wird. Die Wendeluftmasche zählst Du aber nicht mit.

Dann häkelst Du den Boden vom Katzenkorb in Reihen:

  • In der ersten Reihe arbeitest Du in jede Luftmasche vom Anschlag eine feste Masche. Hattest Du zum Beispiel 40 Luftmaschen (plus die Wendeluftmasche) angeschlagen, häkelst Du also 40 feste Maschen.
  • Nach den festen Maschen arbeitest Du wieder eine Wendeluftmasche. Dann drehst Du die Arbeit um.
  • In der zweiten Reihe häkelst Du in jede Masche der Vorreihe eine feste Masche. Die Reihe beendest Du erneut mit einer Wendeluftmasche.
  • Auf diese Weise häkelst Du immer weiter. In jeder Reihe häkelst Du also Deine festen Maschen und eine Wendeluftmasche am Ende.

Wie viele Reihen es insgesamt werden, richtet sich wieder nach dem gewünschten Format Deines Katzenkorbes.

Hattest Du vorher ein bestimmtes Maß festgelegt, kannst Du Deine Häkelarbeit ausmessen. Vielleicht kannst Du Deine Katze aber auch dazu verleiten, sich zwischendurch auf die Häkelarbeit zu setzen. So siehst Du, ob die Bodenfläche schon ausreicht oder ob Du noch ein paar Reihen hinzufügen musst.

4. Den Rand vom Katzenkorb häkeln

Hast Du den Boden fertig, geht es mit den Seitenwänden weiter. Und ab jetzt wird nicht mehr in Reihen, sondern in Runden gehäkelt. Die Wendeluftmasche am Ende der letzten Reihe ist dabei der Übergang zur ersten Runde. Du machst nun so weiter:

  • An der ersten Seite des Bodens häkelst Du in jede Masche eine feste Masche.
  • Bist Du an der Ecke angekommen, häkelst Du in die Ecke eine weitere feste Masche, um so zur nächsten Seite weiterzukommen.
  • Auf der zweiten Seite arbeitest Du wieder eine feste Masche in jede Masche am Rand und gehst mit einer festen Masche um die Ecke herum.
  • Das wiederholst Du, bis Du an Deinem Startpunkt angekommen bist. Hattest Du zum Beispiel 40 Luftmaschen angeschlagen und 40 Reihen gehäkelt, sollte Deine Runde aus 164 festen Maschen bestehen (je 40 feste Maschen pro Seite und vier Maschen in den Ecken).
  • Die Runde beendest Du mit einer Kettmasche in die Luftmasche vom Anfang.
  • Die zweite Runde beginnst Du wieder mit einer Luftmasche. Dann häkelst Du in jede Masche der Vorreihe eine feste Masche. Um die Reihe abzuschließen, arbeitest Du erneut eine Kettmasche in die Luftmasche.
  • Auf diese Weise machst Du weiter. In jeder Runde beginnst Du also mit einer Luftmasche, häkelst dann feste Maschen und schließt mit einer Kettmasche ab.
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Häkele den Rand am besten fast doppelt so hoch, wie der Katzenkorb eigentlich werden soll. Dadurch kannst Du den Rand nämlich später umschlagen. Der Katzenkorb bekommt so einen stabilen Außenrand.

5. Das Körbchen beenden

Nach der letzten Kettmasche schneidest Du das Garn ab, schiebst das Ende durch die Schlinge und ziehst es fest an. Nun musst Du nur noch die Fäden vernähen. Wenn Du eine Nähnadel hast, durch deren Öhr der Stoffstreifen passt, kannst Du die Fäden ganz klassisch vernähen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Du das Ende mit der Häkelnadel ein paar Mal zwischen den gehäkelten Maschen hindurch ziehst und zum Schluss mit einem Knoten sicherst.

Hast Du alle Fäden vernäht, kannst Du den Rand nach außen umschlagen. Damit ist der Katzenkorb fertig und kann an seinen vorgesehenen Platz.

Es wird bestimmt nicht lange dauern, bis sich Deine Katze ihr neues Bett näher anschaut und sich zum ersten Mal hineinkuschelt. Schließlich sind die meisten Stubentiger ziemlich neugierig. Aber sei nicht enttäuscht, wenn Deine Katze den Korb anfangs ignoriert.

Anders als Hunde suchen sich Katzen ihre Plätze nun einmal selbst aus. Manchmal findet eine Katze das Sofa oder einen schnöden Karton eben besser als das Körbchen, das Du ausgesucht hast. Oder es dauert seine Zeit, bis die Katze ein kuscheliges Plätzchen für sich entdeckt.

Zur Not kannst Du den Korb außerdem auch anderweitig nutzen, zum Beispiel um Deine Utensilien fürs Häkeln und Stricken darin aufzubewahren.