Strickliese: So strickst Du ruckzuck Kordeln und Schnüre

Anleitung zu Strickliese
Eine Strickliese kannst Du kaufen oder selbst basteln.

Ob als Schlaufe zum Aufhängen, Henkel für Beutel und Taschen, Bindeband oder Verzierung: Bei Handarbeiten werden ziemlich oft Kordeln und Schnüre benötigt. Solche Kordeln kannst Du selbst herstellen. Dazu kannst Du zum Beispiel eine Kette aus Luftmaschen häkeln. Oder Du nimmst lange Wollfäden und verdrehst sie zu einer Kordel oder flechtest sie zu einem Zopf. Genauso kannst Du eine Kordel stricken. Und dann gibt es da noch die gute, alte Strickliese. Mit diesem Werkzeug kannst Du im Handumdrehen hübsche Wollschnüre anfertigen. Wie das geht, erklären wir Dir in dieser Anleitung!

Vielleicht kennst Du die Strickliese noch aus Deiner Kindheit. Auch Strickliesel, Strickliesl oder Strickmühle genannt, werden mit dem Hilfsmittel schon seit Generationen Kordeln und Schnüre aus Wolle hergestellt.

Die Strickliese gehört eigentlich in die Kategorie Spielzeug für Kinder, ist aber auch im Handarbeitsbedarf erhältlich. Meist besteht sie aus Holz oder Kunststoff. Manchmal ist sie bunt bemalt, andere Exemplare sehen aus wie eine Figur. In der Mitte hat die Strickliese ein durchgehendes Loch, oben befinden sich vier oder mehr Haken.

Die Wollschnüre kannst Du in jeder beliebigen Länge herstellen. Später kannst Du die Schnüre dann als Aufhänger für Topflappen oder Henkel für Taschen verwenden. Du kannst die Kordeln als Gürtel für Strickjacken oder als Schnürsenkel verwenden.

Genauso kannst Du Ketten, Armbänder und Schlüsselanhänger daraus basteln. Oder Du formst die Kordeln zu verschiedenen Figuren und nähst sie als Deko auf Deine Handarbeiten auf. Ideen gibt es also viele.

Bleibt aber die Frage, wie das Arbeiten mit der Strickliese funktioniert. Das erklären wir Dir in diesem Beitrag. Zuvor zeigen wir Dir aber noch, wie Du ganz einfach eine DIY Strickliese bauen kannst.

Eine DIY Strickliese basteln

Wie schon erwähnt, kannst Du eine Strickliese kaufen. Sie ist in verschiedenen Ausführungen und unterschiedlichen Preisklassen erhältlich. Aber genauso gut kannst Du Deine Strickliese selber machen. Dafür brauchst Du nur wenige Materialien, die Du wahrscheinlich sowieso zu Hause hast.

Der Vorteil von einer DIY Strickliese ist, dass Du die Anzahl der Haken selbst bestimmen kannst. Durch das Hinzufügen von weiteren Haken entscheidest Du, wie dick Deine Wollschnüre werden.

Diese Materialien brauchst Du

So stellst Du die DIY Strickliese her

Grafik 1 zu StricklieselDie Büroklammern ergeben die Haken der Strickliese. Die klassische Variante hat vier Haken. Du kannst Dein Werkzeug aber auch mit sechs oder acht Haken ausstatten. Je größer die Anzahl an Haken ist, desto dicker wird Deine Wollschnur.

Für die Haken biegst Du die Büroklammern so weit auf, dass nur noch die Spitze oben erhalten bleibt. Die beiden Drähte an den Seiten sollten gerade nach unten zeigen.

Dann nimmst Du Dir die Papprolle und klebst die aufgebogenen Büroklammern außen fest. Achte darauf, dass Du die Haken in einem gleichmäßigen Abstand zueinander anordnest. Die Spitzen sollten die Papprolle um mindestens 1 cm überragen. Befestigen kannst Du die Haken mit ganz normalem Klebeband.

Eigentlich ist die DIY Strickliesel damit auch schon fertig. Damit sie angenehmer in der Hand liegt und optisch etwas schöner aussieht, kannst Du sie nun aber noch umhüllen. Schneide Dir dazu ein Stück Filz oder Moosgummi zu und wickle die Papprolle damit ein. Zum Fixieren nimmst Du am besten doppelseitiges Klebeband.

Möchtest Du Wollschnüre in verschiedenen Stärken stricken, kannst Du Dir auf diese Weise gleich mehrere Strickliesen mit unterschiedlich vielen Haken basteln. So hast Du immer die richtige Größe zur Hand.

Die Materialien für Wollschnüre

Um die Kordeln und Schnüre herzustellen, brauchst Du:

  • die Strickliese
  • Wolle oder Garn Deiner Wahl
  • eine dünne Häkelnadel
  • eine Nähnadel mit stumpfer Spitze

Auf die Häkelnadel kannst Du im Prinzip auch verzichten und stattdessen mit den Fingern arbeiten. Nur macht die Häkelnadel das Arbeiten einfacher und bequemer.

Als Wolle oder Garn kannst Du verwenden, was Du gerade zur Hand hast oder was Dir gefällt. Stellst Du die Schnur für eine Strick- oder Häkelarbeit her, ist aber natürlich gut, wenn das Garn dazu passt. Ansonsten hast Du freie Wahl.

Wollschnüre mit der Strickliese fertigen – so geht’s

Liegen alle Materialien bereit, kannst Du die Produktion der ersten Wollschnur starten. Und keine Angst: In der Theorie klingt das Ganze viel komplizierter, als es in Wahrheit ist. Wenn Du die ersten paar Maschen gestrickt hast, hast Du den Dreh raus und der Rest geht wie von selbst!

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1. Schritt: die Schlaufen legen

Grafik 2 zu StricklieseWie beim Stricken musst Du zunächst die Maschen für Deine Schnur anschlagen. Beim Arbeiten mit der Strickliese legst Du das Garn dafür in Schlaufen um die Haken.

Zunächst wickelst Du ein Stück Garn ab und schiebst das lose Ende von oben durch die Strickliese. Das Ende, das unten aus der Strickliese heraushängt, sollte mindestens 10 cm lang sein. So kannst Du später die ersten Maschen bequem straff ziehen.

Klemme das lose Ende nun in der Hand ein, mit der Du die Strickliesel festhältst. Mit der anderen Hand greifst Du den Faden, der zum Knäuel führt. Diesen Faden wickelst Du dann gegen den Uhrzeigersinn um den ersten Haken. Du legst den Faden also von der Mitte aus von rechts nach links einmal um den Haken herum.

Anschließend gehst Du zum Haken links daneben weiter und wickelst auch hier den Faden wieder gegen den Uhrzeigersinn um diesen zweiten Haken. Das Ganze wiederholst Du bei den restlichen Haken.

Dein Faden wandert also jeweils nach links zum nächsten Haken weiter und umrundet den entsprechenden Haken gegen den Uhrzeigersinn.

2. Schritt: die Schnur stricken

Nachdem Du die Schlaufen fertig hast, legst Du den Faden auf der Außenseite von rechts nach links vor den letzten Haken. Nun kannst Du den Faden, der vom Knäuel kommt, wie beim Stricken oder Häkeln um Deinen Finger wickeln, um ihn auf Spannung zu halten. Mit der gleichen Hand hältst Du die Strickliese.

In die andere Hand nimmst Du die Häkelnadel. Dann greifst Du mit der Häkelnadel die Schlaufe auf dem Haken. Sie ziehst Du leicht nach vorne in Deine Richtung. Anschließend hebst Du die Schlaufe über den Faden hinweg über den Haken und lässt sie nach innen in die Strickliese fallen. Dadurch bildet der Faden die neue Schlaufe, die jetzt auf dem Haken liegt.

Du drehst die Strickliese nun gegen den Uhrzeiger weiter, bis Dein Faden vor dem nächsten Haken links daneben liegt. Auch hier ziehst Du den Faden straff an, erfasst mit der Häkelnadel die Schlaufe auf dem Haken, hebst die Schlaufe über den Faden und lässt sie über den Haken hinweg nach innen fallen.

Für die nächste Masche wanderst Du erneut nach links zum nächsten Haken weiter. Auf diese Weise arbeitest Du immer im Kreis herum.

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Nach ein paar Runden kommt dann auch unten aus der Strickliese die Schnur heraus. Damit der Anfang der Schnur gleichmäßiger wird, kannst Du den Anfangsfaden etwas anziehen. Dadurch straffen sich die Maschen.

Du strickst dann wie beschrieben rundherum weiter, bis Deine Schnur die gewünschte Länge erreicht hat.

Tipp: Soll Deine Kordel später zu einer Applikation verarbeitet werden, kannst Du schon beim Stricken einen dünnen Draht in der Mitte der Strickliese mitlaufen lassen. So kannst Du die fertige Schnur in die gewünschte Form biegen. Gleichzeitig ersparst Du Dir, dass Du den Draht nachher mühsam einfädeln musst.

3. Schritt: Die Schnur von der Strickliese abnehmen

Ist Deine Schnur lang genug geworden, musst Du die Maschen abketten. Dafür schneidest Du den Faden großzügig ab und fädelst das Ende auf eine Nähnadel auf.

Dann führst Du die Nadel zu dem Haken, der beim Stricken als nächstes an der Reihe gewesen wäre. Hier schiebst Du die Nadel durch die Schlaufe.

Dabei musst Du die Schlaufe aber entweder neben oder hinter dem Haken erfassen. So kannst Du die Schlaufe vom Haken abheben und auf das Ende der Schnur gleiten lassen. Würdest Du die Nadel durch den Haken stecken, würde sich der Faden um den Haken herumwickeln.

Nun gehst Du im Uhrzeigersinn, also nach rechts zum nächsten Haken. Auch hier fädelst Du die Schlaufe mit der Nadel auf und lässt sie vom Haken gleiten. Auf diese Weise kettest Du alle Schlaufen ab.

Hast Du alle Schlaufen abgenommen, ziehst Du das Ende vom Faden straff an. Anschließend kannst Du einen Knoten binden und den Faden abschneiden.

Wenn Du am Ende Deiner Schnur keinen Knoten haben willst, kannst Du das Ende auch vernähen. Dazu stichst Du die Nadel mittig in das Ende ein, schiebst sie innen ein Stück durch die Schnur und führst sie wieder nach außen. Dann schneidest Du den Faden kurz ab. Wenn Du die Schnur nun etwas dehnst, rutscht das Fadenende in die Schnur hinein und verschwindet darin.

Am anderen Ende verknotest oder vernähst Du den Anfangsfaden ebenso. Fertig ist Deine selbstgemachte Wollschnur!