Die Top 10 Strickfehler

Das Stricken ist ein sehr schönes Hobby, das viel Spaß macht. Es ermöglicht Dir, Deine eigenen Ideen umzusetzen und echte Unikate anzufertigen. Zudem ist das Stricken recht einfach zu erlernen. Es erfordert zwar ein bisschen Übung, aber wenn Du die Technik einmal verstanden hast, geht das Abstricken der Maschen wie von selbst. Trotzdem gibt es ein paar typische Fehler, die vor allem Strickanfänger immer wieder machen. Damit Dir diese Fehler nicht unterlaufen und Du Dein Strickzeug womöglich frustriert in die Ecke wirfst, stellen wir Dir die 10 häufigsten Strickfehler vor. Und erklären Dir, wie Du sie vermeidest.

1.) Die falsche Wolle verwenden

Ganz dick, mittel oder sehr fein, einfarbig oder bunt gemustert, glatt oder flauschig, schlichtes oder Effektgarn, aus natürlichen, synthetischen oder gemischten Fasern: Die Auswahl an Strickwolle ist riesig. Aber nicht jede Strickwolle eignet sich für jede Strickarbeit. Willst Du beispielsweise einen leichten Sommerpulli mit einem chicen Lochmuster stricken, bist Du mit einer dicken Wolle schlecht beraten. Andersherum wird es nichts werden, wenn Du einen warmen Winterschal anfertigen willst und dafür ein dünnes Baumwollgarn verarbeitest. Chenille- oder Fransengarne wiederum sind nicht geeignet, wenn Dein Strickmuster deutlich zu sehen sein soll. Hinzu kommt, dass sich einige Strickwollen leichter verarbeiten lassen als andere. So kannst Du mit Garnen aus Synthetikfasern oder Mischfasern oft leichter stricken, weil die Garne besser rutschen. Dickere Wollen aus rein natürlichen Fasern sind im Unterschied dazu anspruchsvoller. Überlege Dir deshalb im Vorfeld, wofür Du Deine Wolle brauchst und wie Du sie verarbeiten willst. Und wenn Du unsicher bist, dann lass Dich in einem Wollfachgeschäft oder einem erfahrenen Stricker beraten.

Extratipp: In Internetauktionen und auf dem Flohmarkt werden oft Pakete mit Wollresten angeboten. Diese Pakete sind nicht teuer und enthalten verschiedene Sorten Strickwolle. Kaufst Du Dir ein solches Restepaket, kannst Du ausprobieren, wie es sich mit den unterschiedlichen Garnen strickt.

 

2.) Stricknadeln wählen, die nicht zur Wolle passen

Stricknadeln gibt es in verschiedenen Stärken, die gängigen Größen bewegen sich zwischen 2mm und 12mm. Je höher die Zahl ist, desto dicker sind die Stricknadeln. Auf der Banderole der Wolle steht immer, welche Nadelstärke der Hersteller empfiehlt. Meist sind dabei zwei Werte angegeben, ein kleinerer und ein größerer. Wenn Du eher fest strickst, dann solltest Du die größere Nadelstärke verwenden. Strickst Du eher locker, nimm die dünneren Nadeln. Wenn Du Stricknadeln in einer Stärke verwendest, die gar nicht zur Wolle passen, wirst Du keine schönen und gleichmäßigen Ergebnisse erzielen. Stricknadeln gibt es aus Metall, aus Kunststoff und aus Holz. Welches Material Dir am besten liegt, musst Du ausprobieren.

 

3.) Zu wenig Wolle einkaufen

In einer Strickanleitung ist angegeben, wie viel Wolle Du brauchst. Auch auf der Banderole findest Du einen Hinweis, welche Menge Du für eine Strickarbeit benötigst. Als Beispiel sind meist ein Pullover oder Socken genannt. Wenn Du Wolle einkaufen gehst, solltest Du Dich aber nicht nur auf die Menge in Gramm verlassen. Dies gilt vor allem dann, wenn Du eine andere Wolle verwendest als die Wolle in der Strickanleitung. Beim Ausrechnen der benötigten Menge ist nämlich nicht das Gewicht entscheidend. Stattdessen kommt es auf die Lauflänge an. Anders ausgedrückt heißt das: Du musst ausrechnen, wie viele Meter Wolle Du brauchst – und nicht wie viel Gramm.

Dazu ein Beispiel: In der Anleitung wird eine Wolle verwendet, bei der 50g Garn eine Lauflänge von 100m haben. Für die Strickarbeit brauchst Du 300g. Das wären 6 50g-Knäule und gleichzeitig 600m Wolle (300g : 50g = 6; 6 x 100m = 600m).

Bei der Wolle, die Du Dir ausgesucht hast, hat ein 50g-Knäuel aber nur eine Lauflänge von 90m. Kaufst Du nun 6 Wollknäuel, kommst Du zwar auf die 300g, aber nur auf 540m (6 x 90m = 540m). Deine 6 Knäule würden deshalb nicht reichen. Stattdessen müsstest Du in diesem Fall 7 Knäule kaufen, damit Du auf die benötigte Meterzahl kommst.
Achte beim Einkauf außerdem immer darauf, dass Du Wolle aus derselben Partie kaufst. Die Nummer der Partie steht auf der Banderole. Kaufst Du Wolle aus unterschiedlichen Partien, wird Dein Strickstück Farbabweichungen aufweisen. Und kaufe im Zweifel immer lieber etwas zu viel Wolle als zu wenig!

 

4.) Die Anleitung nicht ganz durchlesen

Bevor Du eine Strickarbeit beginnst, solltest Du Dir die Anleitung immer mindestens einmal komplett durchlesen. Solltest Du etwas nicht verstehen oder eine verwendete Stricktechnik nicht beherrschen, kannst Du Dich im Vorfeld erkundigen. Und Du kannst abschätzen, was auf Dich zukommt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Du mittendrin aufhören musst, weil Du nicht weiterkommst. Oder dass Du Deine ganze Arbeit wieder auftrennen musst, weil Dir ein Fehler unterlaufen ist.

 

5.) Keine Maschenprobe anfertigen

Die Maschenprobe ist lästig, kostet Zeit und vermutlich kein Stricker macht sie gerne. Trotzdem solltest Du nicht auf die Maschenprobe verzichten. Jeder strickt ein wenig anders und so kann es sein, dass Dein Strickstück ganz andere Maße hat, obwohl Du die gleiche Anzahl an Maschen und Reihen gestrickt hast. Auch das Strickmuster, mit dem Du arbeitest, kann sich auf die Größe auswirken. Auf der Banderole der Wolle beziehen sich die Angaben zur Maschenprobe beispielsweise immer auf das Strickmuster glatt rechts. Strickst Du in einem anderen Muster, beispielsweise im Perl- oder Patentmuster, stimmen die Maße meist nicht mehr überein. In der Länge ist das oft nicht ganz so schlimm, denn hier kannst Du noch korrigieren. Wenn Deine Strickarbeit aber zu schmal oder zu breit wird, passt die Strickarbeit am Ende womöglich nicht. Stricke deshalb immer eine kleine Maschenprobe und vergleiche die Maße. So kannst Du die Maschenzahlen bei Bedarf noch anpassen.

 

6.) Zu schwierige Strickarbeiten auswählen

Verständlicherweise willst Du auch als Strickanfänger nicht immer nur Schals, Mützen oder andere recht einfache Strickarbeiten anfertigen. Stattdessen wirst Du Dich vermutlich auch an Socken, Pullover, Handschuhe und ähnlich anspruchsvolle Stücke heranwagen wollen. Grundsätzlich solltest Du aber mit einfacheren Arbeiten beginnen. Und erst dann schwierigere Stücke in Angriff nehmen, wenn Du die dafür erforderlichen Techniken ein wenig geübt hast. Wenn Du gleich mit einer schweren Arbeit anfängst, ist die Gefahr groß, dass Du irgendwann die Lust und die Geduld verlierst und Deine Stricksachen frustriert weglegst. Das heißt natürlich nicht, dass Du nicht auch als Anfänger Socken oder Pullover stricken sollst. Aber wähle Dir dann Modelle aus, die Du mit einem einfachen Strickmuster wie glatt oder kraus rechts stricken kannst. So kannst Du Dich auf das Stricken konzentrieren und musst nicht auch noch auf das Muster achten.

 

7.) Zu komplizierte Muster aussuchen

Schon mit rechten und linken Maschen lassen sich unzählige sehr schöne Strickmuster stricken. Kommen dann noch Umschläge, Doppelmaschen, verschränkt gestrickte oder verkreuzte Maschen dazu, wird die Auswahl an möglichen Strickmustern noch größer. Aber: Bei aufwändigen Strickmustern, die sich über mehrere Reihen erstrecken, musst Du meist die Maschen und die Reihen mitzählen. Unterläuft Dir hier ein Fehler, stimmt der ganze Mustersatz nicht mehr. Am Anfang solltest Du deshalb auf sehr komplexe und aufwändige Muster verzichten. Übe erst einmal die Grundmaschen und einfachere Strickmuster. Oder stricke kleine Musterproben. Diese kannst Du dann beispielsweise zu einer Kissenhülle oder einer Kuscheldecke zusammennähen. Du kannst auch komplexe Muster an einfachen Strickstücken wie Schals üben. Wenn Du die verschiedenen Stricktechniken gut beherrschst, kannst Du den Schwierigkeitsgrad immer noch steigern.

Sollte Dir trotz aller Vorsicht ein Fehler unterlaufen, beispielsweise indem Du eine Masche falsch abstrickst oder verlierst, musst Du die Strickarbeit meist nicht komplett auftrennen. Stattdessen kannst Du den Strickfehler beheben. Wie das geht, kannst Du Dir hier anschauen:

 

8.) Den Arbeitsfaden zu locker halten

Für ein gleichmäßiges Maschenbild ist wichtig, dass Dein Arbeitsfaden immer gleichmäßig gespannt ist. Hältst Du den Arbeitsfaden zu locker, werden Deine Maschen ebenfalls zu locker und zu groß. Ziehst Du den Arbeitsfaden zu straff, wird Dein Maschenbild zu fest und Deine Maschen sehen sehr klein aus. Normalerweise hältst Du den Arbeitsfaden, indem Du ihn einmal um den Zeigefinger legst. Fällt es Dir so schwer, die Spannung gleichmäßig zu halten, kannst Du den Arbeitsfaden auch zweimal um den Zeigefinger wickeln, bis Du ein Gefühl für die richtige Fadenspannung hast.

 

9.) Löcher im Maschenbild produzieren

Es kommt mitunter vor, dass Dein Strickstück unschöne Löcher aufweist. Meist passiert das dann, wenn Du Maschen aufgenommen, auf andere Nadeln gewechselt, das Strickmuster geändert oder Randmaschen aufgefasst hast. Dabei gibt es eine Methode, die ungewollte Löcher verhindert: Du strickst die jeweiligen Maschen verschränkt ab. Du arbeitest die Maschen in der ersten Reihe nach der Aufnahme oder dem Wechsel also nicht als normale rechte oder linke Maschen ab. Stattdessen strickst Du sie verschränkt. Dazu stichst Du in das hintere Maschenglied ein. Das hintere Maschenglied ist der Teil der Maschenschlinge auf der Rückseite der Stricknadel. Du stichst also nicht wie sonst von vorne in die Masche ein, sondern von hinten. Dann strickst Du die Masche rechst oder links ab. Durch das Einstechen ins hintere Maschenglied dreht sich der Arbeitsfaden und es entstehen keine Löcher.

 

10.) Die Maschen zu straff abketten

Eine Strickarbeit endet damit, dass die Maschen abgekettet werden. Dazu strickst Du üblicherweise zwei Maschen. Anschließend ziehst Du die erste Masche über die zweite Masche und lässt sie von der Nadel gleiten. Dann strickst Du die nächste Masche, ziehst wieder die vorhergehende Masche darüber und lässt auch sie von der Nadel fallen. Dies machst Du solange, bis nur noch eine Schlaufe übrig ist. Eine andere Methode ist, zwei Maschen zusammenzustricken. Die Schlaufe legst Du dann zurück auf die linke Nadel und strickst sie mit der nächsten Masche zusammen. Dies wiederholst Du bis zum Ende der Reihe. Nun ist beim Abketten aber sehr wichtig, dass Du die Maschen locker strickst. Strickst Du sie zu stramm, wird Dein Rand hart und zieht sich zusammen. Dadurch kann es sein, dass Dein Strickstück oben schmaler wird. Fällt es Dir schwer, Maschen locker abzuketten, kannst Du Dir mit folgendem Trick helfen: Verwende beim Abketten eine Stricknadel, die eine oder zwei Nadelstärken größer ist. Dadurch strickst Du die Maschen ganz automatisch lockerer.