Stricknadel Ratgeber

Wenn Du stricken möchtest, brauchst Du eigentlich nur zwei Dinge: Wolle und Stricknadeln. Gut, ein paar weitere Hilfsmittel kommen noch dazu. Aber mit der Wolle und den Stricknadeln sind die beiden wichtigsten Utensilien komplett. Nur: Welche Stricknadel ist die richtige? Darüber informiert Dich unser Stricknadel Ratgeber!

Stricknadel Ratgeber – die verschiedenen Arten von Stricknadeln

Stricknadel

Du kannst zwar verschiedenste Dinge stricken und Strickarbeiten können ganz unterschiedlich aussehen. Trotzdem sind sie letztlich alle mit den gleichen Werkzeugen entstanden. Mit Werkzeugen sind die Stricknadeln gemeint und diese gibt es nur in drei Varianten.

 

1. Jackennadeln

Jackennadeln

Lange Stricknadeln mit einer Spitze werden Jackennadeln genannt. Am anderen Ende haben die Stricknadeln eine Art Knopf. Er verhindert, dass die Maschen von der Nadel rutschen. Außerdem ist auf dem Knopf oft die Nadelstärke, also die Größe der Nadel angegeben. Jackennadeln werden verwendet, um beispielsweise Pullover, Schals und andere Flächen zu stricken. Mit Jackennadeln strickst Du in Reihen.

In Reihen stricken bedeutet, dass Du die Maschen auf Deiner linken Nadel abstrickst und so auf die rechte Nadel überträgst. Hast Du eine Reihe abgeschlossen, nimmst Du Deine Strickarbeit in die andere Hand und drehst sie gleichzeitig um. Dann strickst Du wieder die Maschen von der linken Nadel ab. Da Du Deine Strickarbeit aber umgedreht hast, strickst Du jetzt eine Rückreihe. Einige Hersteller bieten Jackennadeln auch unter der Bezeichnung Schnellstricknadeln an.

 

2. Nadelspiel

Nadelspiel

Ein Nadelspiel besteht aus fünf kurzen Nadeln. Diese Nadeln enden auf beiden Seiten mit einer Spitze. Das Nadelspiel wird verwendet, um schlauchartige Strickstücke mit einem kleineren Durchmesser anzufertigen. Am häufigsten kommt das Nadelspiel beim Stricken von Socken zum Einsatz. Im Handel werden diese Stricknadeln deshalb manchmal auch unter der Bezeichnung Socken- oder Strumpfnadeln angeboten.

Mit dem Nadelspiel strickst Du in Runden. Du drehst Deine Strickarbeit nicht um, wenn eine Reihe beendet ist. Stattdessen strickst Du immer im Kreis herum eine Nadel nach der anderen ab. Deine Maschen sind dabei auf vier Stricknadeln verteilt und Du strickst die Maschen mit der fünften Nadel des Nadelspiels ab. Bei sehr kleinen Strickarbeiten, beispielsweise den Fingern bei Handschuhen, kannst Du die Maschen auch nur auf drei Nadeln verteilen.

3. Rundstricknadeln

Rundstricknadel

Eine Rundstricknadel besteht aus zwei kurzen Stricknadeln, die mit einem flexiblen Kunststoffdraht verbunden sind. Normalerweise sind Rundstricknadeln für Strickarbeiten mit größerem Durchmesser gedacht, die in Runden gestrickt werden sollen. Typische Beispiele sind Pullover oder Schlauchschals. Den Kunststoffdraht gibt es in verschiedenen Längen, gängige Größen sind 60cm, 80cm und 100cm. Dadurch passen entsprechend viele Maschen auf eine Rundstricknadel. Insgesamt ist das Stricken mit einer Rundstricknadel einfacher als mit einem Nadelspiel. Du musst die Stricknadeln nämlich nicht wechseln, sondern strickst ganz bequem immer nur rundherum. Für Strickarbeiten mit kleinerem Umfang, beispielsweise Socken oder Mützen im oberen Bereich, ist eine Rundstricknadel aber mitunter zu lang. Mit einer Rundstricknadel musst Du allerdings nicht in Runden stricken. Stattdessen kannst Du genauso gut auch in Reihen arbeiten. Insofern ist die Rundstricknadel flexibel einsetzbar.

Neben diesen drei Grundtypen gibt es noch ein paar Spezialnadeln. Ein Beispiel hierfür ist die Zopfmusternadel. Diese Stricknadel ist kurz und hat wie die Nadeln von einem Nadelspiel zwei Spitzen. In der Mitte hat die Zopfmusternadel einen V-förmigen Knick. Die Zopfmusternadel wird, wie der Name schon andeutet, beim Stricken von Zopfmustern verwendet. Dabei legst Du die jeweiligen Maschen auf der Zopfmusternadel ab und der Knick verhindert, dass sie herunterrutschen. Ein anderes Beispiel ist die Flex-Schnellstricknadel. Sie sieht aus wie eine halbe Rundstricknadel. Die Flex-Schnellstricknadel hat nämlich eine Spitze, an die sich ein Stück Kunststoffdraht anschließt. Der Kunststoffdraht endet mit einem Ring, damit die Maschen nicht herunterrutschen können. Flex-Schnellstricknadeln werden für sehr breite Strickarbeiten verwendet. Solche Spezialnadeln brauchst Du aber nicht unbedingt.

 

Die Größe der Stricknadeln

Stricknadeln sind in verschiedenen Größen erhältlich. Gängige Nadelstärken bewegen sich zwischen 1,5mm und 12mm. Das Millimetermaß wird als Nadelgröße angegeben. Dabei gilt: Je kleiner die Nummer ist, desto dünner ist die Nadel. Andersherum ist die Stricknadel umso dicker, je größer die Zahl ist. Welche Nadelstärke Du brauchst, ist auf der Banderole Deiner Wolle angegeben. Das sieht so aus:

Stricknadeln Größe

In diesem Beispiel empfiehlt der Hersteller also eine Nadelstärke zwischen 4,5 und 5,5mm. Wenn Du eher locker strickst, solltest Du die kleinere Nadelgröße verwenden. Strickst Du eher fest, bist Du mit der größeren Nadelstärke besser beraten. Grundsätzlich bist Du aber nicht an die Empfehlung des Herstellers gebunden. Stattdessen kannst Du je nach Strickmuster, Anleitung und Deinen Vorlieben die Nadelstärke auswählen, die Dir am besten liegt.

Auf vielen Stricknadeln steht die Nadelgröße. Bei Jackennadeln ist dies meist auf dem Knopf der Fall, bei anderen Nadeln ist die Größe eingraviert. Es gibt aber auch Nadeln, auf denen keine Größe steht. Dann kannst Du mit einem Nadelstärkenprüfer herausfinden, welche Stärke Deine Nadel hat. Wie das geht, siehst Du hier:

 

Die Materialien für Stricknadeln

Stricknadeln gibt es aus Metall, aus Kunststoff und aus Holz.

  • Stricknadeln aus Metall sind die Klassiker und erzeugen das typische Klappern beim Stricken. Metallstricknadeln sind sehr robust und langlebig. Allerdings können Metallstricknadeln vor allem in größeren Stärken recht schwer sein.
  • Bei Holzstricknadeln fällt das sympathische Klappern zwar weg, aber dafür sind sie leichter als Metallstricknadeln. Zudem sind Stricknadeln aus Holz oder Bambus vergleichsweise kostengünstig. Wenn Du mit Holzstricknadeln strickst, solltest Du aber eine etwas kleinere Nadelstärke wählen, denn das Maschenbild wird lockerer als bei Metallstricknadeln. Ein Minuspunkt von Holzstricknadeln ist, dass sie sich im Laufe der Zeit abnutzen.
  • Stricknadeln aus Kunststoff sind leichter als Metallstricknadeln und robuster als Holzstricknadeln. Bei schweren Strickarbeiten können sie sich zwar verbiegen, aber meistens kannst Du sie vorsichtig auch wieder geradebiegen. Bei Kunststoffnadeln solltest Du allerdings darauf achten, dass es keine störenden Nähte gibt. Daran könnten Deine Maschen nämlich hängenbleiben. Gleiches gilt für eine mögliche Beschichtung, die hemmen und so das Hin- und Herschieben Deiner Maschen erschweren kann.

Eine pauschale und allgemeingültige Empfehlung, für welches Material Du Dich entscheiden solltest, ist nicht möglich. Stattdessen solltest Du die verschiedenen Stricknadeln ausprobieren. Nur so kannst Du nämlich herausfinden, mit welcher Art von Stricknadel Du am besten zurechtkommst.