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Weste stricken

Weste stricken

 

 

Eine Weste strickt sich vom Prinzip so ähnlich wie eine Jacke. Lediglich die Tatsache, dass es keine Ärmel gibt, unterscheidet die beiden Strickstücke. Wie auch bei der Jacke kann man nahezu jedes Garn für eine Weste verwenden. Jedoch werden Westen meist aus robusterem, dickerem Material gearbeitet und werden hauptsächlich als Trachtenmode getragen. Daher lohnt es sich auch hier, eine Maschenprobe mit den Maßen 10 x 10 cm zu erstellen.

 

Materialauswahl bei Westen

 

Beim Material für eine Weste kann man sich zum einen von der eigenen Kreativität inspirieren lassen, zum anderen geben jedoch auch die verschiedenen Westen ein bestimmtes Material vor. So kann man beispielsweise nicht jede Weste in einem tollen Effektgarn arbeiten und eine Trachtenweste sieht sicherlich in flauschigem Mohairgarn nicht gut aus. Doch auch auf diesem Bereich gehen Strickdesigner neuerdings neue Wege, sodass es schon bei einigen Modellen möglich ist, pfiffige Materialmixe durchzuführen. In der Regel gilt jedoch: Je mehr Farben eine Weste hat, umso klarer und effektloser sollte die Wolle sein,

 

Die Arbeiten am Rückenteil

 

Auch bei der Weste werden die Maschen für die Strickteile entsprechend der Anleitung angeschlagen. Hier kann man sich leicht auch an die Angaben auf der Banderole der Wolle halten, denn hier sind oft die erforderlichen Maschen für Strickstücke einer bestimmten Konfektionsgröße angegeben. Wie auch bei Pullovern und Jacken wird beim Westestricken mit dem Rückenteil begonnen. Hier bei sind kaum Probleme zu erwarten. Viele Westen werden gerade hoch gestrickt und werden nicht mit einer Rundung im Ärmelbereich, sondern mit dem geraden Abketten von ca. 10 Maschen auf jeder Seite versehen. Man muss jedoch darauf achten, dass die Öffnungen für die Arme einer Weste ausreichend sind. Vor allem, wenn die Weste über ein Hemd oder eine Bluse getragen werden soll, muss man hier ausreichend Platz einplanen und unter Umständen die Weste vorsorglich eine Nr. größer stricken. Die meisten Rückenteile für eine Damenweste enden nach ca. 45 cm, sind also meist hüftlang. Die Besonderheit bei den meisten Westen ist, dass sie auf den Vorderteilen ein Muster aufweisen. Vor allem bei Westen zu Trachten ist dies üblich. Hier kann man der  Fantasie freien Lauf lassen, wenn man schon ein wenig Erfahrung beim Stricken hat. Von einem Rautenmuster bis hin zum Zopfmuster ist hier alles denkbar; anschließend kann man auch noch einige Blüten einsticken. Doch für Anfängerinnen eignen sich einfache Muster besonders gut, um die Vorderteile einer Weste zu stricken. Als Beispiel sei hier ein einfaches Muster von einigen Maschen recht und links im Wechsel zu empfehlen. Wenn man sich für ein Muster für die Vorderseiten entscheidet, sollte man das Garn bei dieser Entscheidung mit einbeziehen. Einige Muster wirken bei bestimmten Garnen nicht. Hat man zum Beispiel ein meliertes Garn, also ein Garn, das mehrere Farben beinhaltet, ist ein aufwendiges Muster nicht zusehen. Daher ist in den meisten Fällen ein Muster sinnvoll, in dem beispielsweise 6 Maschen rechts und 2 Maschen links im Wechsel gestrickt werden. Auf diese Weise hat man ein sehr harmonisches Gesamtbild, das zu vielen Wollarten passt.

 

Die Arbeiten an den beiden Vorderteilen

 

Auch bei der Weste ist es wichtig, dass man die Seiten des Vorderteils gegengleich arbeitet. Dabei ist auch wichtig, dass man die Blende für die Knöpfe oder auch eine kleine Knopfleiste mit seitengleicher Blende für die Knopflöcher arbeitet. Hier sieht zum Beispiel eine doppelreihige Knopfleiste besonders gut aus, die sich von der Form her an der Weste eines Zimmermanns orientiert. Westen sind in vielen Fällen sehr traditionelle Kleidungsstücke, sodass man hier in der Tradition schwelgen kann. Beim Stricken ist darauf zu achten, dass die Abnahmen für die Armausschnitte identisch sind mit denen vom Rückenteil. Darüber hinaus muss man beim Halsausschnitt darauf achten, dass man entsprechend auf den Innenseiten der Vorderteile die Abnahmen durchführt. Bei der Hälfte, die später die Knopflöcher aufweisen soll, muss man die Knopflöcher akkurat arbeiten. Es ist sinnvoll, zuerst die Seite mit der Knopfleiste zu arbeiten und die spätere Position der Knöpfe mit einem andersfarbigen Faden zu markieren. Diese Markierungsarbeit erspart das spätere Ausmessen und man findet die richtige Position der Knöpfe sofort wieder.

 

Abschlussarbeiten und Knöpfe

 

Die Abschlussarbeiten sind identisch mit denen anderer Strickarbeiten. Wer eine Weste stricken will, wird anschließend alle Teile waschen und spannen. Das Spannen wird oft vergessen, ist für die Formgebung jedoch sehr wichtig. Dann werden wieder zuerst die Schulternähte mit einem Matratzenstich erstellt, die Vorder- und Rückenteile also miteinander verbunden. Anschließend wird die Arbeit auf links gelegt, sodass die späteren Außenseiten innen aufeinanderliegen und die die Seitennähte werden geschlossen. Es empfiehlt sich, einen kleinen Kragen einzuarbeiten, der zum Beispiel dieselbe Maschenfolge wie die Knopfleiste (z. B. kraus rechts) aufweist. Bei einigen Westen werden erst im Rahmen der Abschlussarbeit die Kopfleiste und die Leiste für die Knopflöcher erstellt. Hier sollte man ebenfalls wieder auf die bewährte Methode der Markierung der Knopfposition zurückgreifen, um die Knöpfe richtig annähen zu können. Zum Schluss muss man lediglich die Knöpfe entsprechend anbringen. Wer hier, wie auch bei der Jacke, die spätere Stelle der Knöpfe markiert hat, kann sich nun viel Arbeit ersparen. Schlussendlich werden noch die Fäden vernäht und die Arbeit auf rechts gedreht. Auf diese Weise erhält man eine schöne, individuell gearbeitete Weste.