Aktualisiert am 16. Oktober 2026 von Selda Bekar
Tippe in der Skizze auf einen Abschnitt, dann siehst du, was dort passiert und worauf du achten musst.
Wähle einen Abschnitt der Socke.
Was du zum Sockenstricken brauchst
Das Werkzeug für Socken ist das Nadelspiel: fünf kurze Nadeln mit Spitzen an beiden Enden. Auf vier Nadeln liegen die Maschen gleichmäßig verteilt, mit der fünften strickst du. Weil jede Nadel nur ein Viertel des Umfangs trägt, kommst du auch bei engen Röhren wie dem Sockenschaft ohne Dehnen herum. Wer lieber mit einer langen Rundstricknadel arbeitet, kann die Socke auch im Magic-Loop-Verfahren stricken; der Aufbau der Socke bleibt derselbe.
Als Garn eignet sich 4-fädige Sockenwolle für den Anfang am besten, weil sie weder zu dick noch zu dünn ist. Klassisch besteht sie aus Wolle mit einem Anteil Polyamid, der die Socke an Ferse und Spitze haltbarer macht. Was die Fadenzahl bedeutet und wann 6- oder 8-fädiges Garn sinnvoll ist, steht unter Sockenwolle und Strumpfwolle. Die Nadelstärke übernimmst du von der Banderole und prüfst sie mit einer Maschenprobe. Dazu kommen eine stumpfe Wollnadel für den Abschluss und ein Maßband.
Wie viele Maschen schlägst du für Socken an?
Die Maschenzahl steht in keiner Tabelle fest, sie ergibt sich aus zwei Werten: deiner Maschenprobe und dem Umfang des Fußes an der breitesten Stelle, also über den Ballen. Du rechnest Maschen pro Zentimeter mal Fußumfang in Zentimetern. Ein Beispiel: Hast du auf 10 cm 30 Maschen gezählt, sind das 3 Maschen pro Zentimeter. Bei 22 cm Fußumfang ergibt das 66 Maschen.
Dieses Ergebnis rundest du auf die nächste durch vier teilbare Zahl ab, im Beispiel auf 64. Abrunden statt aufrunden, weil Gestrick in die Breite nachgibt und eine Socke am Fuß anliegen soll. Durch vier teilbar muss die Zahl sein, damit jede der vier Nadeln gleich viele Maschen trägt und die Ferse später genau über die Hälfte gearbeitet werden kann.
Der Rechenweg gilt für jede Socke. Ob Kindersocke, Damensocke oder dicke Bettsocke aus 8-fädigem Garn: Es ändern sich nur die Maschenprobe und der gemessene Umfang. Wie du die Probe richtig strickst und auszählst, erklärt die Seite Maschenprobe; die Besonderheiten kleiner Füße findest du bei den Kindersocken.
Wie fängt man eine Socke auf dem Nadelspiel an?
Schlag alle Maschen zunächst auf eine einzige Nadel an und verteile sie danach auf vier Nadeln, je ein Viertel. Das ist einfacher, als auf vier Nadeln einzeln anzuschlagen, und der Anschlag wird gleichmäßiger. Welcher Anschlag dehnbar genug für ein Bündchen ist, siehst du unter Maschen stricken und anschlagen.
Bevor du die Runde schließt, legst du die vier Nadeln als Viereck vor dich und prüfst, dass die Anschlagkante auf allen Nadeln innen liegt und nirgends um die Nadel herumläuft. Erst dann strickst du die erste Masche der ersten Nadel mit dem Faden der letzten Masche. Der Arbeitsfaden hängt jetzt an der Rundengrenze, und diese Stelle bleibt die ganze Socke über der Beginn jeder Runde. Ein Maschenmarker oder einfach der hängende Anfangsfaden zeigt sie dir.
Bündchen und Schaft: warum zuerst Rippen?
Das Bündchen strickst du im Rippenmuster, meist zwei rechte und zwei linke Maschen im Wechsel. Rippen ziehen sich zusammen und dehnen sich wieder, darum hält die Socke am Bein, ohne einzuschnüren. Glatt rechts gestrickt würde der obere Rand sich einrollen und herunterrutschen.
Nach dem Bündchen folgt der Schaft, glatt rechts oder in einem Muster. Seine Länge legst du selbst fest: Miss am eigenen Bein, wie hoch die Socke reichen soll, und strick bis kurz vor diese Stelle; die Fersenwand liefert den Rest der Höhe. Im Schaft wird keine Masche zu- oder abgenommen.
Die Ferse: der einzige Teil in Reihen
Für die Ferse arbeitest du nur noch über die Hälfte der Maschen, nämlich über die Maschen der vierten und der ersten Nadel. Die Maschen der zweiten und dritten Nadel ruhen, sie bilden später den Fußrücken. Zuerst strickst du die Fersenwand in Hin- und Rückreihen. Sie gibt der Socke an der Rückseite zusätzliche Höhe, ohne die die Socke über die Ferse ins Schuhinnere rutscht.
Dann folgt das Käppchen. Dafür teilst du die Fersenmaschen in drei Teile und strickst nur noch über das mittlere Drittel, wobei du an dessen Rand jede Reihe eine Masche des äußeren Drittels mit abnimmst. So entsteht die runde Mulde, in der die Ferse sitzt. Bleibt beim Teilen ein Rest, kommt er zum mittleren Teil. Wie viele Reihen die Fersenwand bei deiner Maschenzahl braucht und welche anderen Fersenformen es gibt, steht ausführlich mit Tabelle unter Ferse stricken.
Spickel und Fuß: wieder in Runden
Nach dem Käppchen nimmst du aus beiden Seitenkanten der Fersenwand Maschen auf und strickst wieder in Runden über alle Nadeln. Jetzt liegen deutlich mehr Maschen auf den Nadeln als am Schaft. Dieses Mehr ist der Spickel, auch Zwickel genannt: Er gibt dem Fuß am Rist die nötige Weite und wird schrittweise wieder abgebaut.
Dazu nimmst du in jeder zweiten Runde an beiden Seiten der Sohle eine Masche ab:
- Am Ende der ersten Nadel die drittletzte und die vorletzte Masche rechts zusammenstricken, die letzte Masche rechts.
- Am Anfang der vierten Nadel die erste Masche rechts, dann die nächsten zwei Maschen überzogen zusammenstricken: eine Masche abheben, die nächste rechts stricken, die abgehobene darüberziehen.
- Die Runde dazwischen ohne Abnahme stricken.
Rechts zusammengestrickte Maschen neigen sich nach rechts, überzogene nach links. Dadurch laufen die Abnahmelinien auf beiden Seiten spiegelbildlich zur Sohle hin. Du hörst auf, sobald wieder die Maschenzahl des Schafts auf den Nadeln liegt.
Danach strickst du den Fuß glatt rechts in Runden. Probier die Socke zwischendurch an: Bedeckt sie den kleinen Zeh, ist die Länge für den Beginn der Spitze erreicht.
Bandspitze und Abschluss
Die Bandspitze nimmt an vier Stellen gleichzeitig ab, je zwei an jeder Seite des Fußes. Auf der ersten und dritten Nadel strickst du bis drei Maschen vor Nadelende, dann zwei Maschen rechts zusammen und die letzte rechts. Auf der zweiten und vierten Nadel strickst du die erste Masche rechts und die nächsten zwei überzogen zusammen. Am Anfang liegen zwischen den Abnahmerunden noch Runden ohne Abnahme, zum Ende hin nimmst du in jeder Runde ab. So entsteht eine runde statt einer spitzen Form.
Sind nur noch wenige Maschen je Nadel übrig, hast du zwei Wege. Entweder ziehst du den Faden mit der Wollnadel durch alle Restmaschen und zusammen. Das geht schnell, hinterlässt aber eine kleine Erhebung an der Spitze. Oder du legst die Maschen von Sohle und Fußrücken auf je eine Nadel und verbindest sie mit dem Maschenstich. Dabei fädelst du die Maschen so zusammen, dass eine glatte Reihe ohne Naht entsteht, die man im Schuh nicht spürt.
Woran du einen Fehler an der Socke erkennst
- Die erste Runde ist in sich verdreht. Das Bündchen bildet keinen Schlauch, sondern eine Schleife mit einem Knick. Ursache: Beim Schließen lag die Anschlagkante auf einer Nadel außen. Zurückdrehen lässt sich das nicht mehr, nur auftrennen und neu schließen.
- An den Nadelübergängen läuft eine Leiter herunter. Zwischen zwei Nadeln sind die Maschen lockerer als im Rest des Gestricks. Ursache: Der Faden hängt beim Wechsel auf die nächste Nadel durch. Zieh die ersten zwei Maschen jeder neuen Nadel fester an oder verschiebe die Nadelgrenzen alle paar Runden um eine Masche.
- Zwischen Ferse und Fußrücken klafft ein Loch. Es sitzt dort, wo die aufgenommenen Randmaschen auf die ruhenden Maschen treffen. Ursache: An dieser Ecke fehlt eine Masche. Nimm in der ersten Runde nach der Ferse an beiden Ecken eine zusätzliche Masche aus dem Querfaden auf und strick sie verschränkt, dann schließt sich das Loch. Bei der Spickelabnahme baust du sie mit ab.
- Die Abnahmelinien am Spickel sind nicht spiegelgleich. Eine Seite liegt flach, die andere bildet eine Stufe. Ursache: Auf beiden Seiten wurde gleich abgenommen, etwa zweimal rechts zusammengestrickt. Auf der vierten Nadel gehört die überzogene Abnahme hin.
- Die Socke rutscht im Schuh über die Ferse. Die Fersenwand war zu niedrig für deinen Rist. Beim zweiten Strumpf einige Reihen mehr stricken und den ersten anpassen, damit das Paar gleich bleibt.