Kraus rechts stricken

Es gibt zwar unzählige Strickmuster. Doch sie alle basieren letztlich auf zwei Grundmaschen, nämlich den rechten und den linken Maschen. Strickst Du alle Maschen als rechte Maschen, ergibt sich ein Strickmuster namens kraus rechts. Wie das genau geht, erklären wir Dir hier.

Rechte Masche stricken

Eine der beiden Grundmaschen beim Stricken ist die rechte Masche. Eine rechte Masche strickst Du so:

  • Der Arbeitsfaden liegt hinter Deiner Strickarbeit.
  • Du stichst nun mit Deiner rechten Stricknadel von vorne nach hinten in die Schlinge auf Deiner linken Stricknadel ein. (Statt von vorne nach hinten könntest Du auch von unten nach oben sagen.)
  • Dann legst Du den Arbeitsfaden einmal um Deine rechte Stricknadel. Dabei verläuft der Arbeitsfaden von vorne nach hinten um die Nadel.
  • Anschließend ziehst Du die rechte Nadel zusammen mit dem umgeschlagenen Faden durch die Schlinge, die Du eben aufgefasst hast.
  • Zum Schluss lässt Du die Schlinge von der linken Nadel gleiten. Diese Schlinge befindet sich dadurch jetzt auf Deiner rechten Stricknadel und die rechte Masche ist fertig.
    Das klingt in der Theorie jetzt ein wenig umständlich und umkompliziert. In der Praxis ist es aber ganz einfach! Hier kannst Du Dir das Stricken von rechten Maschen auch noch als Video anschauen:

 

Kraus rechts stricken in Reihen

Wenn Du fortlaufend alle Deine Maschen in allen Reihen als rechte Maschen strickst, entsteht das Strickmuster kraus rechts. In Reihen stricken bedeutet, dass Du die Maschen, die auf Deiner linken Stricknadel sind, abstrickst. Hast Du alle Maschen gestrickt, ist diese Reihe fertig. Deine Maschen sind nun alle auf der rechten Stricknadel. Dann nimmst Du rechte Stricknadel in die linke Hand, drehst Deine Arbeit um und strickst die Reihe zurück. Du arbeitest die Rückreihe somit auf der Rückseite Deiner Arbeit.

Dadurch, dass Du sowohl in den Hin- als auch in den Rückreihen immer nur rechte Maschen strickst, ergibt sich ein Maschenbild mit einer gerippten Oberfläche. Diese Rippen sind kraus und sehen ein bisschen aus wie kleine Räupchen. Deshalb wird beim kraus rechten Strichmuster manchmal auch vom Räupchenmuster gesprochen. Und so sieht eine kraus rechts gestrickte Arbeit aus:

Kraus rechts stricken in Reihen

 

Die Randmaschen bei kraus rechts

Als Randmaschen werden die Maschen an den Rändern Deiner Strickarbeit bezeichnet. Die erste und die letzte Masche auf Deiner Stricknadel sind somit die Randmaschen. Wenn Du ein bestimmtes Muster strickst oder generell eine Anleitung nacharbeitest, werden die Randmaschen meist nicht dazugezählt. Die Randmaschen schlägst Du also zusätzlich an. Und Du strickst die Randmaschen immer gleich. Dein Strickmuster beginnt somit erst mit der ersten Masche nach der Randmasche und endet mit der letzten Masche vor der Randmasche. Um Deine Randmaschen zu stricken, hast Du mehrere Möglichkeiten:

  • Du kannst die Randmaschen immer rechts stricken. Arbeitest Du kraus rechts, strickst Du somit alle Maschen auf Deiner Nadel als rechte Maschen ab.
  • Du kannst die Randmasche am Anfang nur rechts abheben. Rechts abheben bedeutet, dass Du so in die Masche einstichst, als würdest Du sie stricken wollen. Du strickst die Masche aber nicht, sondern hebst sie nur von der linken auf die rechte Nadel. Die Randmasche am Ende einer Reihe strickst Du als rechte Masche ab.
  • Du kannst die Randmasche am Anfang links abheben. Dafür stichst Du von rechts nach links in die Masche ein, so als würdest Du eine linke Masche stricken wollen. Diese Masche hebst Du dann ohne sie zu stricken auf Deine rechte Nadel. Die Randmasche am Ende der Reihe strickst Du rechts verschränkt ab. Wenn Du eine Masche rechts verschränkt abstrickst, strickst Du im Prinzip eine normale rechte Masche. Der Unterschied ist aber, dass Du mit Deiner Nadel nicht wie sonst vorne in die Masche einstichst. Stattdessen erfasst Du das hintere Maschenglied. Du stichst also auf der Rückseite der Stricknadel in die Masche ein.

 

Kraus rechts stricken mit Farbwechsel

Es kann natürlich sein, dass Du ein Wollknäuel irgendwann aufgebraucht hast und einen neuen Arbeitsfaden ansetzen musst. Oder dass Du in einer anderen Farbe weiterstricken möchtest. Das ist eigentlich ganz einfach und geht so:

  • Am besten setzt Du den neuen Arbeitsfaden am Anfang einer Reihe an. Dazu lässt Du den bisherigen Arbeitsfaden los. Den neuen Arbeitsfaden wickelst Du um den Zeigefinger Deiner linken Hand. Das Ende des neuen Fadens kannst Du mit der rechten Hand ein bisschen festhalten. Dann strickst Du einfach mit dem neuen Arbeitsfaden weiter. Nach einer paar Maschen kannst Du die beiden Fadenenden am Rand miteinander verknoten und abschneiden.
  • Nach dem gleichen Schema setzt Du auch einen neuen Faden innerhalb einer Reihe an. Du lässt den bisherigen Arbeitsfaden also los und arbeitest mit dem neuen Faden weiter. Hast Du ein paar Maschen gestrickt, sicherst Du die beiden Enden der Arbeitsfäden mit einem Knoten.

Achte aber immer darauf, dass Du den neuen Arbeitsfaden in einer Hinreihe, also einer Reihe auf der Vorderseite ansetzt. Dadurch sieht man den Farbwechsel auf der Vorderseite nicht. Würdest Du den neuen Arbeitsfaden in eine Rückreihe einarbeiten, wäre auf der Vorderseite eine Linie zu sehen.

Setzt Du einen neuen Arbeitsfaden der gleichen Wolle an, spielt es natürlich keine Rolle, ob das in einer Hin- oder einer Rückreihe geschieht. In diesem Fall kannst Du das Ende des bisherigen Fadens auch in die nächsten Maschen einstricken. Dadurch hast Du keine losen Fadenenden, die Du verknoten und abschneiden oder vernähen musst.

Kraus rechts stricken mit Farbwechsel

Wenn Du ein Streifenmuster strickst oder innerhalb einer Reihe die Farben wechselst, musst Du die Arbeitsfäden nicht jedes Mal neu ansetzen, verknoten und später abschneiden. Stattdessen kannst Du den Arbeitsfaden hängen lassen und aufgreifen, wenn Du ihn wieder brauchst. Achte dann aber darauf, dass Du den Faden nicht zu sehr anziehst. Sonst würde sich Deine Strickarbeit wellen. Zudem solltest Du Deine Arbeitsfäden nicht über zu große Abstände mitlaufen lassen. Mehr als 5 Reihen oder 8 Maschen innerhalb einer Reihe sollten es nicht sein. Andernfalls bilden die gespannten Fäden auf der Rückseite Deiner Arbeit lange Schlaufen, an denen Du beim Anziehen oder Tragen Deiner Strickarbeit ständig hängenbleiben könntest.

 

Kraus rechts stricken in Runden

Auch wenn Du in Runden arbeitest, kannst Du kraus rechts stricken. In Runden stricken heißt, dass Du Deine Maschen immer im Kreis abstrickst. Du wendest Deine Arbeit also nicht am Ende einer Reihe, sondern strickst immer rundherum. Dadurch entstehen schlauchartige Strickarbeiten. Wenn Du in Runden strickst, tust Du dies entweder mit einer Rundstricknadel oder mit einem Nadelspiel.

Beim Stricken in Runden arbeitest Du immer nur auf der Vorderseite. Du strickst also im Prinzip immer nur Hinreihen. Nun ist es aber so: Wenn Du in einer Hinreihe eine rechte Masche strickst, ist diese Masche auf der Rückseite Deiner Arbeit eine linke Masche. Umgekehrt ist es genauso. Die Maschen, die auf der Vorderseite linke Maschen sind, sind auf der Rückseite rechte Maschen. Strickst Du in Runden immer nur rechte Maschen, entsteht deshalb das Strickmuster glatt rechts. Für das Strickmuster kraus rechts, musst Du die Maschen abwechseln.

Das heißt: Glatt rechts in Runden strickst Du, indem Du

  • eine Runde rechte Maschen,
  • eine Runde linke Maschen,
  • dann wieder eine Runde rechte Maschen,
  • anschließend eine Runde linke Maschen
    und im Wechsel immer so weiter strickst.