Fäden vernähen

Egal, ob man eine Decke, ein Kissen oder einen Pullover strickt, am Ende müssen immer Fäden vernäht werden. Diese Arbeit wird von den meisten Strickerinnen als der einzige Nachteil an der gesamten Strickarbeit angesehen, denn es ist mühselig und zeitaufwendig. Doch trotzdem ist es wichtig, dass auch diese Arbeit sorgfältig durchgeführt wird. Am wichtigsten ist, dass man nach bestimmten Techniken vorgeht und vor allem vermeidet, dass man die vernähten Fäden im Strickstück sieht. Auch müssen Fäden so vernäht werden, dass sie nicht wieder aufgehen können.

Was beim Fädenvernähen gar nicht geht ist, dass man die Fäden so vernäht, wie man dies vom Nähen kennt:

1.) eine Schlaufe ziehen, den Faden hindurchführen, fest anziehen und Faden abschneiden. Diese Technik ist zum einen unprofessionell und wird nur von „bequemen“ Strickerinnen durchgeführt.

2.) Diese Technik wird zwangsläufig dazu führen, dass die Naht wieder aufgeht, man plötzlich also ein Loch in der Achselhöhle des Pullovers hat oder sich die Seiten- oder Schulternaht öffnet.

3.) Es gibt 4 verschiedene Varianten, mit denen man die Fäden einer Strickarbeit zusammennähen kann. Der bekannteste Vertreter ist sicherlich der Steppstich. Dieser ist der einfachste aller Stiche, der vor allem beim Zusammennähen von Pulloverteilen verwendet wird.

Hierzu werden die zu vernähenden Stücke auf rechts aufeinandergelegt, sodass also die beiden Rückseiten (oder linken Seiten) außen sind. Vor allem, wenn man Strickstücke im Perlmuster strickt, muss man manchmal ein wenig aufpassen, dass man nicht zwei unterschiedliche Seiten übereinanderlegt.

 

Fäden an der Sockenspitze vernähen

 

Der Steppstich

Beim Steppstich wird folgendermaßen vorgegangen: Man sticht mit der Nadel von unten nach oben durch beide Teile hindurch. Dann wird die Nähnadel um eine Masche nach hinten geführt und eine Masche später wieder eingestochen. Als Nächstes muss man die Nadel nach vorne führen und zwei Maschen später wieder einstechen. Anschließend wird die Nadel wieder eine Masche nach hinten versetzt eingestochen. Dieser Ablauf, zwei Maschen vor, eine zurück, wiederholt sich durchlaufend bis zum Ende der Näharbeit. Wichtig ist, dass man die Nadel immer in derselben Höhe einsticht, um am Ende eine gerade Naht zu bekommen, eine unsaubere Arbeit wird man am Ende sehen.

 

Der Matratzenstich und das Vernähen von Schultern

Auch der Matratzenstich ist sehr einfach. Diese Nähtechnik wird hauptsächlich für das Zusammennähen der Schultern angewendet. Hier werden die Stücke, die vernäht werden sollen, nicht aufeinander sondern mit der jeweiligen Randstelle nebeneinandergelegt. Auch hier muss man wieder darauf achten, dass die Vorderseite unten und die Rückseite oben liegt. Die beiden Seiten mit den Randmaschen müssen dicht aneinander liegen. Wichtig ist, dass man die Randmaschen komplett sehen kann, die Nadel wird also unterhalb der Randmaschen geführt. Der Matratzenstich ist wirklich sehr einfach. Er wird abwechselnd von vorne nach hinten und von hinten nach vorne durchgeführt. So sticht man einmal von vorne unter den Randmaschen der beiden Strickteile nach hinten ein und zieht den Faden durch. Anschließend wird die Nadel von hinten nach vorn durch die beiden Randmaschen bestochen. Diese Folge wiederholt sich ebenfalls bis zum Ende der Näharbeit. Der Vorteil ist, dass das Strickbild besonders sauber wird, allerdings muss man darauf achten, dass wirklich jede Randmasche so verarbeitet wird und dass man außerdem immer unterhalb der Randmaschen einsticht. Auf diese Weise sind die Randmaschen dann innen und die Naht sieht von Außen besonders sauber aus. Bei den Schulternähten von Pullovern, Pullundern, Jacken und Westen wird ebenfalls ein Matratzenstich durchgeführt, nur dass hier über die Breite der Randmasche ein weiterer Stich notwendig ist. Hier wird der Faden erst durch die beiden äußeren Fäden der Randmasche gezogen, dann durch die beiden Inneren, bevor man dann die Nadel durch die Randmaschen des Gegenstücks zieht. Diese Nähtechnik muss auf beiden Seiten durchgeführt werden. Auf diese Weise entsteht ein einheitliches Bild, dass die Tatsache, dass es sich um zwei aneinander genähte Teile handelt, etwas kaschiert.

 

Der Saumstich

Eine weitere wichtige Technik, die man beim Zusammennähen von Strickstücken benötigt, ist der Saumstich. Bei einigen Strickstücken muss zum Beispiel das Bündchen halbiert werden, um es fester zu machen. In diesem Fall wird der Saumstich verwendet. Der Teil des Strickstücks, der mit dem Saumstich bearbeitet werden soll, wird in entsprechender Breite nach Innen umgeschlagen. Auch hier werden die Stiche immer in jeder Masche durchgeführt. Man beginnt mit der ersten Masche, in die man von unten einsticht. Es folgt ein schräger Verlauf, die Nadel wird dann in die zweite Masche von oben eingeführt. Der Faden wird dann in Richtung der oberhalb liegenden Masche geführt und dort von unten eingestochen. Dann wird der Faden wieder leicht schräg in die nächste Masche von oben eingestochen. Auf diese Weise ergibt sich folgendes Bild: Auf der einen Seite sieht man schräg verlaufende Fäden, auf der anderen Seite sieht man die gerade verlaufenden Fäden. Generell ist noch zu sagen, dass man beim Zusammennähen immer darauf achten sollte, dass man möglichst einen Faden benutzt, mit dem man auch das Strickgut erstellt hat. Sollte man mehrere Farben verwenden, empfiehlt sich entweder ein neutraler Faden oder jedoch ein Faden der Farbe, die am häufigsten vorkommt.