Schlauchschal stricken mit dieser Anleitung

Schlauchschal, Rundschal, Loopschal, Snood, Circle-Scarf – das angesagte Accessoire hat viele Namen. Dabei verbirgt sich hinter einem Schlauchschal ein Schal in Schlauchform. Je nach Länge und Breite kannst Du den Schlauchschal wie eine Kette um den Hals legen, ihn mehrfach um den Hals wickeln, ihn wie den Kragen von einem Rollkragenpullover tragen oder als Mix aus Schal und Kapuze über den Kopf ziehen. Und wie Du Dir ganz einfach einen tollen Schlauchschal stricken kannst, erklären wir Dir hier.

Die Breite und die Länge

Feste Vorgaben gibt es für den Schlauchschal nicht. Du kannst Deinen Schlauchschal also so stricken, wie es Dir am besten gefällt. Und passend dazu, wie Du den Schlauchschal später tragen möchtest. Wenn Du Deinen Schlauchschal in zwei, drei oder noch mehr Schlingen um den Hals legen möchtest, solltest Du Deinen Schlauchschal entsprechend lang stricken. Eine Länge von 150 bis 200cm sollte es dann schon sein. Dafür kannst Du Deinen Schlauchschal eher schmal halten, damit es nicht zu wuchtig aussieht. Möchtest Du Deinen Schlauchschal hingegen wie den Rollkragen von einem Rollkragenpullover tragen, sollte Dein Schlauchschal rund 50cm breit sein. Für den Umfang misst Du Deinen Kopfumfang aus und rechnest 10 bis 20cm dazu. Dadurch ist sichergestellt, dass Du den Schlauchschal bequem anziehen kannst. Du kannst den Umfang aber auch etwas größer wählen und den Schlauchschal länger stricken. Dann kannst Du den Schlauchschal um den Hals legen und eine Kante als Kapuze über den Kopf ziehen. Dafür sollte Dein Schlauchschal dann mindestens 80cm breit sein.

 

Die Wolle und die Stricknadeln

Du kannst nicht nur die Länge und die Breite von Deinem Schlauchschal selbst bestimmen, sondern hast auch in Sachen Wolle freie Auswahl. Für einen dicken Schlauchschal, der schön wärmt, bietet sich eine dickere Wolle an. Für einen sommerlich-leichten Schal solltest Du ein dünneres und feines Garn verwenden.

Was die Stricknadeln angeht, so hast Du zwei Möglichkeiten. Du kannst Deinen Schlauchschal in Runden stricken. Dies machst Du mit einer Rundstricknadel oder einem Nadelspiel. Durch das Stricken in Runden entsteht automatisch ein Schlauch und Du musst später nichts mehr nähen. Genauso gut kannst Du Deinen Schlauchschal aber auch in Reihen stricken. In diesem Fall arbeitest Du mit zwei ganz normalen Stricknadeln. Welche Nadelstärke Du brauchst, ist auf der Banderole Deiner Wolle angegeben.

Eine dritte Variante ist, den Schlauchschal ganz ohne Stricknadeln zu stricken. Stattdessen nutzt Du Deine Finger als Stricknadelersatz. Wie das geht, kannst Du Dir hier anschauen:

 

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wir möchten Dir in unserer Anleitung einen Schlauchschal vorstellen, der in Reihen gestrickt wird. Das Muster besteht abwechselnd aus dichtem Strickwerk, das mit rechten Maschen gearbeitet wird, und aus luftig-lockeren, langgezogenen Maschen. Dadurch erhältst Du einen Schlauchschal, der wärmt und trotzdem nicht zu wuchtig aussieht. Wie viel Wolle Du brauchst, hängt davon ab, wie lang und wie breit Du Deinen Schlauchschal stricken willst. Zwei bis drei Knäuel solltest Du aber auf jeden Fall einplanen.
1. Schritt: die Maschenprobe. Eigentlich kannst Du bei diesem Schlauchschal auf eine Maschenprobe verzichten. Stattdessen kannst Du Dich auf die Angabe verlassen, die auf der Banderole steht. Dort ist angegeben, wie viele Maschen Du anschlagen musst, um auf eine Breite von 10cm zu kommen. Diese Maschenzahl multiplizierst Du einfach mit der Zahl, die der von Dir gewünschten Breite entspricht. Möchtest Du beispielsweise, dass Dein Schal 30cm breit wird, rechnest Du die genannte Maschenzahl mal 3 (denn 3 x 10cm = 30cm). Die Angaben zur Länge musst Du nicht beachten. Da wir den Schlauchschal in Reihen stricken, siehst Du die Länge beim Stricken. Außerdem kannst Du Dein Strickstück immer wieder um Deinen Hals legen, um auszuprobieren, ob Dir die Länge so reicht. Wenn Du ganz sicher gehen, Dich mit der Wolle vertraut machen oder das Muster ausprobieren möchtest, kannst Du aber selbstverständlich eine Maschenprobe anfertigen.

2. Schritt: den Schlauchschal stricken. Wenn Du Deine Maschen angeschlagen hast, kann das Stricken beginnen. Dabei arbeitest Du mit folgendem Muster:

1. Reihe: Du strickst alle Maschen als rechte Maschen.

2. Reihe: Du strickst alle Maschen als rechte Maschen.

3. Reihe: Du strickst alle Maschen als rechte Maschen.

4. Reihe: Du strickst eine rechte Masche. Danach kommt ein Umschlag. (Für einen Umschlag legst Du den Faden einfach einmal um die Nadel.) Die nächste Masche strickst Du wieder rechts, dann kommt erneut ein Umschlag. So strickst Du bis ans Ende der Reihe weiter. Du strickst die Maschen also rechts und machst nach jeder Masche einen Umschlag.

5. Reihe: Du strickst eine linke Masche. Dann lässt Du den Umschlag aus der vorhergehenden Reihe von der Nadel fallen. Du strickst den Umschlag also nicht, sondern lässt ihn nur von der Nadel gleiten. Danach machst Du einen neuen Umschlag. Die nächste Masche strickst Du links, dann lässt Du den Umschlag der Vorreihe fallen und arbeitest einen Umschlag. Dies wiederholst Du bis ans Ende der Reihe.

Du strickst eine rechte Masche. Dann lässt Du den Umschlag aus der vorhergehenden Reihe fallen. Die nächste Masche strickst Du rechts, den Umschlag lässt Du wieder von der Nadel gleiten. Dies wiederholst Du bis ans Ende der Reihe.

Diese sechs Reihen wiederholst Du nun fortlaufend, bis Dein Schal die gewünschte Länge hat.

Schlauchschal stricken

Dann kettest Du die Maschen ab und verknotest den Faden. Wenn Du den Faden jetzt recht großzügig abschneidest, kannst Du ihn gleich zum Zusammennähen nutzen.

 

3. Schritt: den Schlauchschal zusammennähen. Damit aus Deinem Schlauch ein Schlauchschal wird, musst Du Dein Strickstück jetzt noch zusammennähen. Dafür hast Du zwei Möglichkeiten:

  • Steppstich: Der Steppstich heißt auch Rück- oder Linienstich. Für den Steppstich legst Du die beiden Enden Deines Schals rechts auf rechts. Die Rückseiten Deines Schals zeigen also nach außen. Dann beginnst Du am rechten Rand und stichst mit der Nadel nach der ersten Masche durch beide Lagen hindurch. Die Nadel führst Du nun um die erste Masche herum, holst sie auf die Vorderseite und stichst sie an der Stelle, an der Du sie eben eingestochen hast, wieder ein. Jetzt wanderst Du mit Deiner Nadel zwei Maschen nach links weiter, stichst hier ein, führst den Faden um eine Masche nach rechts zurück und stichst wieder ein. Das Schema beim Steppstich ist also: Du gehst auf einer Seite zwei Maschen nach links weiter und auf der anderen Seite um eine Masche nach rechts wieder zurück. Achte beim Nähen aber darauf, dass Du Deine Stiche auf einer Höhe machst, damit sich eine gerade Linie ergibt.
  • Matratzenstich: Anders als beim Steppstich liegen die beiden Kanten Deines Schals beim Matratzenstich nicht auf-, sondern nebeneinander. Dadurch entsteht eine sehr flache und kaum sichtbare Nahtstelle. Für den Matratzenstich legst Du die beiden Kanten mit den Vorderseiten nach oben exakt nebeneinander. Dann führst Du Deine Nadel durch ein Randmaschenglied der einen Kante, ziehst den Faden durch, stichst in ein Randmaschenglied der anderen Kante ein und ziehst auch hier den Faden durch. Ab dem zweiten Stich führst Du die Nadel immer durch zwei Maschenglieder gleichzeitig. Achte aber darauf, dass Du die beiden Kanten so miteinander verbindest, dass das Muster auf gleicher Höhe verläuft.

Wenn Du in Sachen Handarbeiten fit bist, kannst Du die beiden Enden natürlich auch zusammenstricken oder zusammenhäkeln. Normalerweise wirst Du den Schal so zusammennähen, dass sich ein Schlauch ergibt. Diesen kannst Du dann wie eine Kette um Deinen Hals legen. Oder Du kannst den Schlauchschal doppelt tragen, indem Du ihn in zwei Windungen um Deinen Hals legst. Ist Dein Schlauchschal schön lang, kannst Du ihn auch mehrfach um Deinen Hals wickeln. Hast Du ihn kürzer gestrickt, kannst Du Deinen Schlauchschal gedreht zusammennähen. Dazu drehst Du Dein Strickwerk vor dem Verbinden an einer Stelle einmal um die eigene Achse. Durch das Verdrehen sieht es so aus, als hättest Du den Schal verknotet.