Lace stricken mit Lochmuster

Die Lace-Technik zeichnet sich durch filigrane Muster aus. Die Strickarbeiten wirken luftig-leicht und sehen fast so aus wie feine Spitze. Was sich aber genau hinter dem Lace Stricken verbirgt, erklären wir Dir hier.

Was ist Lace Stricken?

Die Bezeichnung Lace Stricken ist ein vergleichsweise junger, moderner Begriff. Früher wurde stattdessen vom Lochmusterstricken, Spitzenstricken, Durchbruchmusterstricken oder auch Ajourmuster-Stricken gesprochen. Das Wort Lace kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Spitze. Damit wird dann auch klar, um was es beim Lace Stricken geht. Mithilfe dieser Technik werden nämlich hauchzarte Gewebe gestrickt, die an Spitze erinnern. Dafür wird mit verschiedenen Mustern gearbeitet, üblicherweise handelt es sich um Lochmuster. Durch das Zusammenspiel aus rechten und linken Maschen, Umschlägen und Abnahmen ergeben sich die feinen und filigranen Strickmuster, die Blüten, Bögen, Blätter, Kreise und andere Formen zeigen. Verwendet wird diese Stricktechnik vor allem für Tücher, Schals und Stolen, aber auch für Kleidungsstücke wie Tuniken, Pullover, Jacken und Kleider. Vor allem bei Kleidungsstücken werden außerdem gerne normal gestrickte Passagen mit Lace-Mustern kombiniert. Dadurch wirkt das Kleidungsstück elegant und feminin, ohne zu filigran zu sein und zu viel vom Darunter durchschimmern zu lassen.

Welche Wolle und welche Nadeln brauche ich für das Lace Stricken?

Im Handel sind spezielle Lacegarne erhältlich. Hierbei handelt es sich meist um sehr dünne Garne, die aus Baumwolle, Mohair, Seide und anderen Materialien bestehen. Grundsätzlich kannst Du aber fast jedes Garn verwenden, wenn Du in der Lace-Technik stricken willst. Die Muster gelingen nämlich auch mit beispielsweise Sockenwolle oder einem einfachen, glatten Acrylgarn. Nur wird Dein Strickwerk dann nicht so fein und filigran wie mit dünner Wolle.

Was die Stricknadeln angeht, so kannst Du sowohl normale Nadeln als auch eine Rundstricknadel verwenden. Generell werden Lace-Muster aber mit dickeren Nadeln gestrickt. Auf der Banderole der Wolle ist immer angegeben, welche Nadelstärke am besten geeignet ist. Für die filigranen Lochmuster wählst Du dann eine Nadelstärke, die ein paar Nummern größer ist. Dadurch strickst Du automatisch lockerer und das Muster wird feiner. Doch auch wenn Du sehr gleichmäßig strickst, kommt es häufig vor, dass das Strickmuster unregelmäßig aussieht. Dies ändert sich, wenn Du Dein fertiges Strickstück in feuchtem Zustand spannst. Dadurch zieht sich das Strickmuster nämlich gerade.

 

Wie so ein Lace-Muster aussieht und gestrickt wird, kannst Du Dir hier anschauen:

 

Anleitung für ein einfaches Lochmuster

Du brauchst ein wenig Übung, wenn Du mit der Lace Stricktechnik arbeiten möchtest. Denn Du musst nicht nur die verschiedenen Maschenarten beim Stricken kennen und einigermaßen beherrschen. Sondern Du musst meist auch mitzählen. Vor allem aufwändigere Muster gehen üblicherweise über mehrere Reihen und wahrscheinlich wirst Du Dir die Abfolge nicht merken können. Oft sind die Muster in Strickanleitungen dabei auch nicht beschrieben, sondern nur in Form einer Strickstrift abgebildet. Damit musst Du Dich ebenfalls vertraut machen. Ganz wichtig ist außerdem, dass Du Dir die jeweilige Anleitung immer erst ganz durchliest und eine Maschenprobe machst. Durch die Maschenprobe kannst Du testen, ob Du mit dem Muster überhaupt zurechtkommst. Gleichzeitig erhältst Du die Maße, die Du brauchst, damit Du die richtige Maschenzahl für Deine Strickarbeit ausrechnen kannst. Schließlich wäre es schade, wenn Du Dir viel Mühe gegeben hast, Dein hauchzartes Kleidungsstück dann aber nicht passt.

Allerdings sind nicht alle Lochmuster so kompliziert, wie sie aussehen. Wir möchten Dir ein filigranes Strickmuster vorstellen, das Du auch als Anfänger ohne größere Schwierigkeiten nacharbeiten kannst. Dieses Strickmuster kannst Du für Tücher und Schals, aber auch für Kleidungsstücke verwenden.

Das Lochmuster kannst Du über jede beliebige Maschenzahl arbeiten. Deine Maschenzahl muss lediglich gerade sein. Damit das Muster nicht zu netzartig wirkt, stricken wir es über 10 Maschen. Davor und dahinter stricken wir Streifen aus 5 Maschen glatt rechts. Das Muster selbst geht über zwei Reihen und wird so gestrickt:

1. Reihe: 5 Maschen rechts, * 5x [2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag],

5 Maschen rechts *, enden mit 5 Maschen rechts

2. Reihe: 5 Maschen links, * 5x [1 Umschlag, 2 Maschen links zusammenstricken],

5 Maschen links * , enden mit 5 Maschen links

2 Maschen zusammenstricken bedeutet, dass Du zwei Maschen gleichzeitig abstrickst. Du stichst mit Deiner Stricknadel also in zwei aufeinanderfolgende Maschen ein und strickst diese beiden Maschen als eine Masche ab. Je nachdem, ob Du eine Hin- oder eine Rückreihe strickst, arbeitest Du beim Zusammenstricken eine rechte oder eine linke Masche.

Umschlag heißt, dass Du den Faden einmal um Deine rechte Stricknadel legst. Dadurch hast Du in der nächsten Runde eine zusätzliche Schlinge auf Deiner Nadel.

Für das Muster wiederholst Du die beiden Reihen fortlaufend. Dabei beginnst Du jede Hinreihe mit 5 rechten Maschen. Dann kommen 10 Maschen im Lochmuster, danach 5 rechte Maschen. Je nach Deiner Maschenzahl strickst Du dann weitere Lochmustersätze und rechte Maschen. Deine Reihen beendest Du mit 5 rechten Maschen. In den Rückreihen machst Du im Prinzip dasselbe, dann aber mit linken Maschen. Als Strickschrift würde das Muster beispielsweise so aussehen:

     } O } O } O } O } O     
O { O { O { O { O {

 = rechte Masche – = linke Masche
} = 2 Maschen rechts zusammenstricken { = 2 Maschen links zusammenstricken
O = Umschlag
(Unter jeder Strickschrift findest Du eine Legende, in der steht, was die einzelnen Zeichen bedeuten.)

Und wenn Du das Lochmuster ein paar Reihen lang gestrickt hast, sieht es so aus:

Lace stricken

Lasse Dich nicht davon irritieren, dass das Strickstück auf dem Foto ein wenig schief aussieht. Dies liegt nur daran, dass das Muster auseinandergezogen ist, damit es zu erkennen ist. Auf dem Foto siehst Du übrigens drei glatt rechts gestrickte Streifen und dazwischen zweimal das Lochmuster.